68 – Transformation vom Inklusions-Aktivismus zum Mindpunk – Interview mit Anastasia Umrik

Grüner Banner mit dem Logo von inklusive Achtsamkeit. Ein i und zwei Blätter, die wie ein kleines A aussehen. Daneben steht inklusive Achtsamkeit. Darunter ein Bild von Anastasia Umrik. Auf grünem Text steht Transformation vom Inklusions-Aktivismus zum Mindpunk

Diesmal habe ich mit Anastasia Umrik gesprochen. Sie hat lange als Inklusions-Aktivistin engagiert, jetzt liegt ihr Fokus aber breiter bei der Unterstützung von Menschen in Veränderungs-Prozessen. Sie arbeitet mit Atem-Techniken und Coaching-Methoden, um Menschen dabei zu unterstützen, eigene Widerstände zu erkennen und zu mehr Klarheit zu erreichen. Hierfür hat sie die Mindpunk-Methode entwickelt. 

Anastasia versucht im Hier und Jetzt zu leben, aber natürlich ohne die Vergangenheit und die Zukunft auszublenden. Wir haben über viele verschiedene Themen gesprochen und ich freue mich, dass du jetzt diese Folge hören kannst.

Es war ein Gespräch, dass direkt sehr tief ging, auch etwas, was Anastasia ausmacht. Aus diesem Grund gibt es auch eine 

Content-Notion

für 

Tod, Trauma

in dieser Folge.

Über diese Themen sprechen wir in der Folge

  • Über Anastasia Umrik
  • Leben im Hier und Jetzt 
  • Eigene Widerstände anschauen
  • Die Kraft des Unterbewusstseins
  • Breathwork und das Nervensystem
  • Transformation zum Mindpunk
  • Den eigenen Weg finden
  • Akzeptanz der Situation
  • Anastasias Selbstfürsorge-Praxis

Hör hier direkt in die Folge rein:

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Transkript dieses Beitrags:

Einleitung in die Folge 

Mechthild [00:00:06]:

Hallo, herzlich willkommen zu Folge 68 von Inklusive Achtsamkeit –  der Podcast. Ich freue mich, dass du wieder eingeschaltet hast für dieses Interview mit Anastasia Umrik https://www.anastasia-umrik.de/ . Vielleicht kennst du Anastasia schon oder vielleicht auch nicht und hast jetzt einfach eingeschaltet, weil dich das Thema der Folge interessiert. So oder so wünsche ich dir viel Spaß beim Hören der Folge. Wir haben über viele tiefe Themen direkt auch gesprochen, wir sind sehr tief eingestiegen. Guck einfach, was für dich da vielleicht spannend und interessant ist, was du für dich mitnehmen kannst.

Bewertungen auf Podcast-Plattformen

Mechthild [00:00:54]:

Natürlich freue ich mich auch mal über Rückmeldungen und Bewertungen vom Podcast. Ich hatte letztes Mal geguckt, dass es einige neue Bewertungen auch sowohl bei Spotify als auch bei Apple Podcast gab. Also freue ich mich total, wenn du auch den Podcast bewertest, weil das hilft auch immer, dass Leute sich vielleicht den Podcast wiederfinden, wenn sie ihn noch nicht hören, also neu finden. 

Momentan nur monatlich neue Folgen

Und seit diesem Monat gibt es auch nur noch monatliche neue Folgen oder seit letztem Monat, weil ich gemerkt habe, okay, wir haben schon so viele Folgen und vielleicht kannst du auch noch mal durch die alten Folgen durchhören oder hast auch noch nicht alle Folgen gehört oder findest den Podcast neu und kannst dich dann durch die alten Folgen auch noch hören, weil wir echt viele spannende Interviews und Themen die letzten, ja jetzt fast dreieinhalb Jahre, auch hier behandelt haben im Podcast. Also kannst du vielleicht auch noch mal durch die alten Folgen hören. 

Und jetzt natürlich erstmal die Folge, die du dir jetzt ausgewählt hast, mit Anastasia. Dabei wünsche ich dir viel Spaß und bis zum nächsten Mal. 

Viel Spaß jetzt beim Hören dieser Folge.

Vorstellung von Anastasia Umrik 

Mechthild [00:02:01]:

Hallo liebe Anastasia, ich freue mich, dass du heute hier im Podcast zu Gast bist. Ich fange immer so an, dass du dich in deinen eigenen Worten vorstellen kannst, was du über dich teilen möchtest, was wichtig für dich ist.

Was heute ist 

Anastasia Umrik [00:02:17]:

Ja, danke erstmal für die Einladung. Ja, was ist mir wichtig? Weißt du, ich habe aufgehört, über die Vergangenheit zu sprechen oder weniger, weil ich gemerkt habe, wir reden immer so viel über das, was gewesen ist. Über wer ich bin, woher ich komme, was für ein Trauma ich habe, bla bla bla. Und ich habe eher an mir angewöhnt, zu erzählen, was heute ist. Und wer ich heute bin, und ich weiß ja noch nicht mal, wer ich morgen sein werde. Also wenn die Folge erscheint, bin ich schon wieder jemand anders. Heute bin ich Ende 30 und bin in meiner Hamburger Wohnung aufgewacht und habe eine fette Baustelle vor meinem Fenster und habe gedacht, hoffentlich ist es ruhiger, wenn wir aufnehmen. Und manchmal öffne ich mein Handy und denke, hab viele Fragen an uns als Menschen. Ich hab gleichzeitig eine Verzweiflung in mir, eine Ohnmacht.

Auch eine enorme Zuversicht

Anastasia Umrik [00:03:16]:

Und gleichzeitig auch eine enorme Zuversicht, weil ich glaube, wir haben die Kraft, Dinge zu verändern, Dinge zu machen und die innere Kraft zu aktivieren. Ja, und das bin ich so heute, mit einer sehr facettenreichen Geschichte natürlich. Also von nichts kommt nichts.

Innere Kraft und innere Stärke

Mechthild [00:03:38]:

Ja, vielleicht kennen auch viele in der Community von behinderten Menschen schon deine Geschichte, weil Du bist ja ein wichtiger Teil unserer Community. Deswegen freue ich mich auch, dass du hier heute bist. Ich finde es spannend, weil das, was du gesagt hast, geht ja schon direkt sehr tief rein. Das sind ja auch so Themen, mit denen du auch arbeitest, diese innere Kraft zu aktivieren und die innere Stärke als Person.

Früher eine große Inklusionsaktivistin

Anastasia Umrik [00:04:04]:

Genau, einfach, weißt du, ich glaube nicht mehr, ich war ja früher eine große Inklusionsaktivistin, also würde ich mich bezeichnen, mit verschiedenen Wegen und Möglichkeiten. Aber irgendwann habe ich verstanden, es bringt uns nichts. Weder Inklusions-Aktivismus noch Feminismus, noch irgendwas. Wenn die Leute nicht kraftvoll sind, wenn die Leute nicht die Fähigkeit im wahrsten Sinne entwickeln, sich am Buffet des Lebens zu bedienen, das wird einfach nicht fruchten. Ich habe das nach sehr vielen Jahren Aktivismus verstanden. 

Ja, wir wollen eigentlich am Ende nur heilen. Wir wollen nur ankommen. Und die Frage ist einfach, wo wollen wir ankommen? Wo gehen wir denn überhaupt hin? Und damit habe ich mich dann angefangen, auseinanderzusetzen. Aber schön.

Den eigenen Weg finden

Mechthild [00:05:00]:

Und wie machst du das selber für dich, dass du so deinen Weg weiterfindest, die nächsten Schritte?

Anastasia Umrik [00:05:05]:

Das ist eigentlich die größte Frage überhaupt. Wie ich das mache? Na ja, gut, also es gibt verschiedene Möglichkeiten, zum einen sich selbst auch mal zu hinterfragen, also zu sagen, okay, wenn ich XY meiner Ziele nicht erreicht habe, dann höre ich, ich habe aufgehört zu pushen, sondern ich habe wirklich eher begonnen, mich mit meinen Widerständen auseinanderzusetzen. 

Eigene Widerstände identifizieren

Was sind meine Widerstände? Was ist es wirklich? Und dieses noch ein bisschen dahinter, noch ein bisschen dahinter, noch ein bisschen. Und so habe ich meine Ziele erreicht. Die Leute haben immer bei mir geglaubt, ich habe gepusht und ich habe gemacht, aber das stimmt gar nicht. Ich habe nicht gepusht, ich habe mich immer nur die ganze Zeit mit meinen eigenen Widerständen auseinandergesetzt. Und wenn du das tust, dann öffnen sich neue Wege, neue Möglichkeiten. 

Und dann sieht das nach außen so nach Magie aus, weißt du, so, hä, wie hat ihr das geschafft? Hä, wie macht ihr das? Aber eigentlich sitze ich hier nur die ganze Zeit, gucke an die Wand, ich übertreibe jetzt ein bisschen, gucke an die Wand und frage mich, wovor hast du wirklich noch Angst?

Das kann auch sehr schmerzhaft sein

Mechthild [00:06:23]:

Das kann auch ein sehr schmerzhafter Prozess sein, weil die Ängste und Widerstände anzugucken, ist nicht so leicht.

Anastasia Umrik [00:06:30]:

Ja, herzlich willkommen in meinem Leben, in meinem Kopf, in meinem Nervensystem. Wie machst du das? Ich weiß, es ist dein Podcast und du interviewst mich, aber mich würde das auch interessieren. Wie machst du das?

Manchmal ist es leichter und manchmal schwerer 

Mechthild [00:06:50]:

Ja, ich finde es auch ein schwieriges Thema, weil ich kenne das auf jeden Fall von mir auch, dass ich weiß, dass ich mich eigentlich mit diesen Widerständen, Ängsten auch beschäftigen muss und sollte, auch auf dem Weg, auf dem ich bin, weiterzukommen. Und manchmal fällt mir das leichter und manchmal schwieriger. 

Aber bei mir ist auf jeden Fall meine Praxis auf Meditation und Yoga etwas, was mir auch damit hilft, auch immer wieder in den Körper zurückzukommen, weil ich auch merke, wenn man nur in Gedanken ist, dann verliert man so ein bisschen auch den Kontakt zum Moment und zum Körper. Und das ist ja auch das, was du erzählt hast, dass du dich am Anfang vorgestellt hast, womit ist jetzt gerade und nicht in der Vergangenheit und in der Zukunft, sondern im Moment auch bleibend immer wieder zurückzukommen und sich dann wieder aus dieser Verbundenheit vielleicht mit den Widerständen zu beschäftigen.

Widerstände und Krisen

Anastasia Umrik [00:07:44]:

Ja, weil es vor allem mit der Vergangenheit sich auseinanderzusetzen, das habe ich ja viele Jahre gemacht. Ich habe ja auch das Buch geschrieben über die Krise. Und wenn man in einer Krise ist, dann beschäftigt man sich, ja ungefragt, ungewollt, aber immer mit der Vergangenheit. Und das ist auch wichtig. Aber, aber, und das ist noch wichtiger, ab wann beginnen wir denn das Neue zu leben? 

Und auf diese Frage wissen ganz viele Leute keine Antwort. Wenn man im Coaching oder wo auch immer fragt, okay, ich habe es verstanden, du hast es auch verstanden, was deine Widerstände sind, und wann beginnst du denn das neue zu leben? Ja, und diese Frage löst immer ganz viele Ängste aus bei den Leuten. Oh mein Gott, ich bin ja noch nicht fertig mit meiner Vergangenheit. Du wirst nie fertig sein mit der Vergangenheit, du wirst nie fertig sein mit dem Schmerz.

Die Bewältigung der Vergangenheit wird nicht enden

Anastasia Umrik [00:08:40]:

Oder was auch immer dein Thema ist. Und du kannst noch weiter buddeln. Und Mama, Papa, Behinderung und Trauma und was weiß ich, was alles passiert ist. Es wird nicht enden. Deswegen muss man einfach irgendwann wirklich sagen, ich beende hier mit meiner Vergangenheit. Und es hört sich jetzt einfacher an, als es ist. Es tut weh auf jeden Fall, weil wer bist du, wenn deine Vergangenheit dich nicht mehr bestimmt? Also das hat viel mit Identitätsverlust zu tun. Und diese Identität zu verlieren, das ist 1 der heftigsten Sachen.

Mechthild [00:09:19]:

Ja, das war auch schon wieder viel in einem Gedankengang.

Anastasia Umrik [00:09:25]:

Ja, ja, ja, das ist genau, wenn man mich einmal deap reden lässt, dann so.

Eine neue Identität finden

Mechthild [00:09:33]:

Ja, aber dass sich dann vielleicht auch aus den Teilen eine neue Identität zu gestalten und aus dem, wo man auch hin möchte, auch eine neue Identität. Ist das etwas, was auch ein Thema ist?

Anastasia Umrik [00:09:47]:

Genau, natürlich, klar. Also du kannst nie ohne Vergangenheit, also wir sind ja ein Stück aus Vergangenheit und Gegenwart und auch Zukunft, ja, wir sind ja alles gleichzeitig. Ich glaube auch, dass wir jetzt schon in der Zukunft sind. Aber das Besondere ist, wir können immer wieder entscheiden, in welche Zukunft wir gehen. Das fühlt jetzt noch viel, als würde das jetzt ein komplett leichtes Thema. Aber genau, ohne Vergangenheit, natürlich, klar. Also das ist ja eben der Unterschied zwischen dir und mir zum Beispiel, oder jemand anders, die uns jetzt zuhören, warum wir eben nicht das gleiche Leben haben. Weil wir eine unterschiedliche Vergangenheit haben.

Anastasia Umrik [00:10:30]:

Und unsere Zellen und unsere Vorfahren und so weiter.

Die Vergangenheit gehört auch zu uns

Mechthild [00:10:36]:

Und das macht uns ja auch zu der Person, die wir heute sind. Wenn wir das ganz loslassen würden und auch gar nicht mehr darüber nachdenken würden, finde ich auch, dass wir einen großen Teil verlieren. Weil ich finde es auch wichtig, sich mit der eigenen Vergangenheit und der Vergangenheit von meinen Ahnen, wenn man das so sagen kann, meinen Vorfahren zu beschäftigen, weil ich dadurch auch wieder für mich, für die Gegenwart vielleicht Dinge lerne oder feststelle, was mir wichtig ist für den Moment. Aber ohne vielleicht daran anzuhaften und das als wichtigstes Thema zu sehen und vielleicht auch dadurch Ängste zu haben, wie die Zukunft werden könnte.

Im Hier und Jetzt sein

Anastasia Umrik [00:11:12]:

Genau. Und ich glaube, wenn wir im Hier und Jetzt sind, die Gegenwart ist immer gut oder überwiegend, je nachdem natürlich. Aber jetzt aktuell, immer im Jetzt, ist sie gut, ja? Wenn wir atmen, wenn wir keine Schmerzen haben, ist alles in Ordnung. Und das, was uns aber immer Sorgen bereitet, ist immer dieses Festhängen an Vergangenheit oder an völlig diffusen Ängsten, die Zukunft.

Mechthild [00:11:41]:

Ja, und dieses Hier und jetzt sein ist ja eigentlich auch schon diese Achtsamkeit, die wichtig ist, zu merken, vielleicht ist selbst in dem Moment habe ich Schmerzen und ist vielleicht nicht alles gut, aber es gibt immer einen kleinen Moment, wo vielleicht gerade nicht so viel ist.

Ruhe im Karton 

Anastasia Umrik [00:11:58]:

Genau, ja genau. Und die Achtsamkeit, das Wort ist natürlich jetzt schon ein bisschen durch die letzten Jahre, wie soll ich sagen, das ist so wie Authentizität, ja, oder so Sachen, die sind so wie ausgenudelt und am Ende weiß keiner mehr, was bedeutet eigentlich Achtsamkeit? Was bedeutet, wir brauchen immer neue Begriffe, glaube ich. Aber am Ende meinen wir das gleiche, Ruhe im Karton.

Achtsamkeit oder Mindfulness

Mechthild [00:12:28]:

Ja, das finde ich auch spannend mit den immer neuen Begriffen. Weil eigentlich am Ende ist es, deswegen finde ich auch das Wort Achtsamkeit so schön, weil es das ist, was am Ende vielleicht ist oder zumindest wie wir es jetzt gerade auch im Deutschen beschreiben können. Im Englischen gibt es jetzt beispielsweise noch das Wort Mindfulness, was ja wieder vielleicht anders beschreibt, weil So ist es eben, wenn wir es auf Deutsch beschreiben. Und andere Begriffe sind vielleicht dann wieder, ja warum muss man es wieder mit anderen Worten beschreiben?

Anastasia Umrik [00:12:57]:

Ja genau, worüber reden wir? Ja, total.

Die Kraft des Unterbewusstsein 

Mechthild [00:13:03]:

Ja, Du hattest mir als Du geschrieben, das Thema Unterbewusstsein beschäftigt Dich gerade. Ich weiß nicht, ob es Dich jetzt beschäftigt, aber zumindest auf den Zettel.

Anastasia Umrik [00:13:15]:

Genau, vor ein paar Monaten hat es mich noch beschäftigt. Unterbewusstsein beschäftigt mich natürlich sehr, sehr doll. Weißt Du, ich habe beobachtet, dass es gibt, also bei mir selbst, aber auch bei anderen, gibt es einfach immer wieder Momente und, wie soll ich sagen, Impulse oder Entscheidungen, die überhaupt keinen Sinn machen, die so quatschig sind im negativen Sinne, aber manchmal auch quatschig im positiven Sinne, also beides. 

Eine Kraft, die führt

Und da fühlt man so, irgendeine Kraft führt mich. Und mit dieser Kraft habe ich mich aus verschiedenen Perspektiven auseinandergesetzt. Zum einen spirituell, natürlich, das ist eines meiner Tools genauso, aber auch mit dem Unterbewusstsein. Weil wir alle haben wie so eine Art Gefäße in uns, so bezeichne ich das mal. Ein Gefäß, bei dem man das Gefühl hat, da ist irgendwie was und wie komme ich da dran? Wie so ein, wie, ich weiß nicht, wie, ja, wie ein Kessel und da wird irgendwie was gemacht, da wird irgendwie was gebraten, da brodelt etwas.

Woher kommen Ideen?

Anastasia Umrik [00:14:31]:

Und da ist halt, ich denke mir so, ich komme da aber nicht dran. Lieber was war, Gefühle oder Entscheidungen oder auf einmal Ängste, die hochkommen oder aber auch Impulse. Woher kommen denn Ideen, ja? Woher kommt das? Und ich glaube, dass ganz vieles im Unterbewusstsein passiert. Und nach außen laufen wir ein bisschen so wie dumme Leute einfach rum und denken dann, wir können mit dem Gehirn so viel machen. Aber ich glaube, unser Gehirn ist eigentlich eines der dümmsten Organe, die wir haben. Das glaube ich wirklich. Und das Gehirn ist so dumm im Sinne von, keine Ahnung, es denkt dann auf einmal irgendwas. Und wir glauben, dass es real ist.

Die Vorstellung von einer Zitrone

Anastasia Umrik [00:15:24]:

Zum Beispiel, ich gebe Dir mal ein Beispiel. Stell Dir mal vor, Du gehst in die Küche und  nimmst eine Zitrone aus der Schale. Du legst sie auf ein Brett, schneidest sie auseinander und dann merkst Du schon, wie der Saft ein bisschen rauskommt. Und dann nimmst Du diese Zitrone und beißt einfach rein.

Mechthild [00:15:48]:

Das macht mein Gesicht schon ganz sauer.

Anastasia Umrik [00:15:52]:

Und guck mal, wir haben jetzt weit und breit keine Zitrone da. Dass wir diese körperliche Sensation hatten eben, die macht überhaupt keinen Sinn. Und das meine ich. Unser Gehirn ist natürlich toll. Wir können uns daran merken, wir können steuern, wir können uns angucken. Das läuft ja nur, weil wir ein Gehirn haben.

Wir nehmen unsere Gedanken zu Ernst

Anastasia Umrik [00:16:22]:

Und gleichzeitig, du kannst das Gehirn trainieren, du kannst das Gehirn aber auch dümmer machen. Das ist einfach so da und wir nehmen das viel zu ernst, viel zu ernst. Viel wichtiger ist eigentlich unser Bauchgefühl, unser Herz, aber auch die Atmung, die im Grunde genommen das ganze Nervensystem steuert. Das ist eigentlich das Ding. Und das Gehirn, das sagt sich ja gut, heute habe ich schlechte Laune, gestern hatte ich gute, morgen weiß ich nicht. Also was ist denn die Realität? Und das Gehirn denkt immer, das ist jetzt real. Und das ist es definitiv nicht.

Gedankenkonstrukte

Mechthild [00:17:05]:

Ja, das sind so diese Gedankenkonstrukte, die wir uns machen und das ist ja eben auch, was wir eben hatten mit der Vergangenheit und Zukunft, dass wir uns das, gerade auch die Zukunft vielleicht auch konstruieren und uns Gedanken machen, was passieren könnte, wenn das passiert. Zum Beispiel mit der Zitrone, was passiert, wenn dann was herunterfällt oder so. 

Breathwork und Steuerung des Nervensystems

Genau, du hast auch die Atmung angesprochen, weil das ist ja auch ein Thema, mit dem du dich auch in deiner Arbeit, Bill, beschäftigt, mit Atemarbeit.

Anastasia Umrik [00:17:37]:

Ja, der Atem ist das Einzige, was wir ganz bewusst steuern können in unserem Körper. Und durch die Steuerung des Atems können wir wiederum das Nervensystem beeinflussen. Und das ist die einzige Möglichkeit in unserem Körper, was wir an Organen ganz bewusst entscheiden können. Zum Beispiel, wenn du mehr Energie möchtest, dann atmest du schneller. 

Atmung und Stress

Die meisten Leute atmen per se viel zu schnell und wundern sich, warum die immer so einen Stress im Körper haben. Du kannst ganz bewusst entscheiden oder dir antrainieren, langsamer zu atmen. Dadurch signalisierst du deinem Körper, es ist alles okay, ich bin in Sicherheit und ich muss jetzt hier nicht atmen wie ein hechelnder Hund. 

Der verbundene Atem

Es gibt aber auch Atemtechniken und damit arbeite ich am meisten oder auch am liebsten. Das nennt sich der verbundene Atem.

Anastasia Umrik [00:18:38]:

Und dazu atmet man im Kreis eine Stunde lang. Du hast bei mir noch nie geatmet, oder? 

Mechthild [00:18:45]:

Nee, Ich habe noch nie so eine Breathwork Session mit dir gemacht.

Anastasia Umrik [00:18:49]:

Also ich schreibe gerne mal ein am 6. Vielleicht wenn du Zeit hast.

Mechthild [00:18:53]:

Ok 6. Juli.

Im Kreis atmen

Anastasia Umrik [00:18:56]:

Schreib mir gerne und dann schicke ich dir den Link. Jedenfalls ist es eine Atemtechnik, bei der man eine Stunde durch den geöffneten Mund atmet im Kreis und man fällt dann in eine Art Trance. Dadurch bekommt man Bilder oder körperliche Sensationen auch und kann dadurch Stress releasen, ja auch einen Blick in das Unterbewusstsein bekommen. Und es funktioniert nicht immer, aber meistens, also ich habe zum Beispiel mein Buch so geschrieben, immer wenn ich keine Ideen mehr hatte.

Mechthild [00:19:35]:

Okay.

Atmen für neue Ideen

Anastasia Umrik [00:19:35]:

Genial, wenn ich Ideen für meine Arbeit brauche, dann gehe ich in diese Atmung. Das mache ich ungefähr ein, 2 Mal im Monat. Und danach habe ich das Gefühl, geduscht da, frisch geboren, besorgend sozusagen, und denk so, ach, das Leben ist doch gut, es ist alles in Ordnung. Dann fühlt man sich einfach so fresh und weil das Nervensystem dann wie so eine Einigung erlebt und sich regulieren kann dadurch. Die Idee kam, oder weshalb ich das entdeckt habe, eben weil ich gefühlt habe, ich komme an bestimmte Gefühle nicht ran. Ich fühle einen Stress im Körper und ich kann ja zum Beispiel nicht joggen gehen oder irgendwelche anderen Aktivitäten machen, die mir helfen würden. Oder ich habe einfach gefühlt, ich finde keine Worte für meine Gefühle.

Die Dinge durchatmen 

Anastasia Umrik [00:20:30]:

Und diese Atmung hat mir beigebracht, dass ich nichts erklären muss. Sondern es reicht, wenn ich diese Dinge durchatme sozusagen und dann in so einen Release-Status komme. Wie heißt es auf Deutsch?

Mechthild [00:20:47]:

Ist es Loslassen, oder?

In den Entspannungsmodus kommen 

Anastasia Umrik [00:20:50]:

Ja, so Entspannungsmodus, genau so ein Ausatmen. Genau so, und ich konnte keine Worte finden für das, was ich wahrnehme. Und diese Atmung hat mir wirklich geholfen, einen klaren Kopf zu bekommen, einen entspannten Körper zu bekommen und gleichzeitig einen Zugang zu meinem Unterbewusstsein. Das fand ich sehr, sehr schön und hilfreich. Selbst wenn diese Bilder oder was auch immer gar nicht kommen, ist es völlig in Ordnung, weil entspannt ist man immer danach.

Mechthild [00:21:27]:

Okay. Weil man so loslässt in diesen Arten.

Wo ist die Grenze der Freude und der Wut

Anastasia Umrik [00:21:32]:

Genau. Weißt du, das Ding ist, wir haben in unserer Gesellschaft keine Räume, wo wir Dinge bis zum Ende durchführen können. Also wo ist die Freude, wo ist die Grenze deiner Freude? Wo ist die Grenze deiner Wut? Wie wütend kannst du wirklich werden? Und wie viel Traurigkeit hält dein Körper aus? Wir haben nicht die Möglichkeit, das zu erfahren. Wir wollen das immer nur mit Achtsamkeit oder mit Meditation so runterregulieren. Ich bin auch fürs Regulieren, aber erstmal müssen wir aushalten. Und deswegen habe ich diese Atmung für mich entdeckt und gebe sie weiter. 

In die Klarheit kommen

Weil bevor wir über Erfolg reden, bevor wir über Business oder egal was reden, müssen wir erstmal in eine Klarheit kommen. Ohne Klarheit macht es einfach alles keinen Sinn.

Anastasia Umrik [00:22:31]:

Deswegen habe ich das gelernt, weil es einfach mein Weg war. Ich habe selber sehr gelitten vor ein paar Jahren darunter, dass ich nicht in die Klarheit kam. Und das hat mir geholfen.

Mechthild [00:22:43]:

Und durch diese Klarheit konntest du dann auch nochmal, hast du ja so viele Veränderungen in deinem Leben in den letzten Jahren gemacht, dass du so Entscheidungen für dich getroffen hast, weniger inklusions-aktivistisch zu sein und dich dafür mehr auf andere Themen zu fokussieren.

Alle Facetten ihrer selbst zeigen

Anastasia Umrik [00:23:02]:

Genau, ich habe mir erlaubt, mehr ich zu sein. Und ich bin so viel mehr als nur eine Person mit Behinderung, nur die Frau, die mit Assistenz lebt oder was auch immer, weißt du, ich habe so viel mehr zu geben. Und ich glaube, dass viele Menschen mit Behinderung sich so doll reduzieren, weil die Gesellschaft es ja auch von uns erwartet hat. Aber wie ich schon gesagt habe, die Vergangenheit ist vorbei. Und wollen wir wirklich so weitermachen? Und diese Frage hat mich persönlich einfach beschäftigt. Ich habe gefühlt, ich will noch mehr. Ich bin noch nicht fertig und ich habe Lust, einfach noch mehr zu kreieren, zu machen, zu gestalten.

Anastasias nächsten Projekte 

Mechthild [00:23:50]:

Und was ist das, was du gerade so kreierst? Ich weiß, du redest nicht so viel über die Zukunft, aber vielleicht in der nahen Zukunft?

Anastasia Umrik [00:23:58]:

Die nahe Zukunft. Na ja, guck mal, ich habe jetzt angefangen, in Spanien viel zu arbeiten. Okay, cool. Ich habe jetzt einen Retreat für dieses Jahr. Mein erstes in Spanien, jetzt im September. Und über Silvester mache ich auch in Spanien einen Retreat. So ein quasi Rau-Nachts-Retreat. Also so ein bisschen schamanisch, ein bisschen magisch.

Mindpunk  als neue Marke 

Anastasia Umrik [00:24:23]:

Und das ist das, was ich angefangen habe, zu machen. Ich habe eine Marke gegründet, die jetzt neu ist. Also ich wollte eher weg von der Krise. Auch da habe ich mich entwickelt, weil ich gemerkt habe, Krise, Neubeginn, super Thema, super wichtig. Aber es war bei mir immer so, wenn ich was gemacht habe, dann bin ich ja fertig. Also ich bin keine, die so viele Jahre an meinem Thema hängt. Ich bin ja fertig, ich habe doch alles gesagt. Und jetzt habe ich eine Marke angemeldet, die heißt MindPunk.

Mit Widerständen auseindersetzen

Anastasia Umrik [00:24:59]:

Und mit MindPunk verbinde ich endlich alles, was ich kann. Von Atemarbeit bis aber auch, ich mag das Wort nicht, aber ich sage es trotzdem, Mindset, also Einstellung zum Leben. Wobei ich arbeite jetzt nicht an diesen Themen wie Chakalaka, sondern eher Widerstände. Wenn du Erfolg willst, musst du dich mit den Widerständen auseinandersetzen. Und das ist eben das, was ich unter Mindset verstehe. Und natürlich auch Spiritualität, weil das gehört für mich alles zusammen. Und das wird Quatsch zu sagen, das ergänzt sich nicht. Für mich ist das alles ein.

In die Kraft orientiert

Anastasia Umrik [00:25:46]:

Und das gebe ich jetzt alles mit MindPunk weiter und habe richtig Spaß, dann merke ich, weil es so zukunftsorientiert ist. Es ist in die Freude orientiert, in die Kraft orientiert. Und ich habe auch keine Angst vor der Dunkelheit, also im Sinne von über Trauma zu reden oder über, ich habe davor keine Angst. Ich weiß auch, ich kenne mich aus, aber mein Fokus liegt auf die Zukunft. Und das finde ich für mich schön. Es macht Spaß.

Mechthild [00:26:18]:

Das klingt schön. Licht und Schatten gehören ja auch zusammen, weil man kann ja nicht nur das Positive haben, ohne auch das Negative irgendwie anzunehmen. Genau. Und machst du das mit Coaching, also 1 zu 1 Coaching oder in der Gruppe oder verschiedene Angebote?

Nur noch Business-Coaching

Anastasia Umrik [00:26:36]:

Genau beides. Also ich habe jetzt angefangen, wenn ich 1 zu 1 mache, dann mache ich das nur zum Thema Business. Also nicht mehr, genau, nicht mehr Themen Lebensberatung. Ich möchte eher, dass Leute, die sich selbstständig machen wollen und eine Freiheit kreieren wollen. Freiheit bedeutet für mich einfach Unabhängigkeit. Unabhängigkeit vom System, Unabhängigkeit von Arbeitgebern. Auch das ist zum Beispiel, das ist die höchste Form von Inklusion für mich. Wenn die Leute machen können, was sie wollen, das ist Inklusion.

Anastasia Umrik [00:27:12]:

Und nicht, Arbeitgeber stellt uns bitte ein. Ja, also auch natürlich, aber genau, das ist ein kurzer Schwenker. Genau, und wenn ich 1 zu 1 arbeite, dann zum Thema Business eher.

Thema Unabhängigkeit 

Und die Gruppen, die ich anbiete, die sind dann für verschiedene Themen. Genau, also das beinhaltet, weißt du, im Großen und Ganzen das Thema Unabhängigkeit. Das ist so das, was mich persönlich bewegt. Unabhängig von meinem Körper, unabhängig von meiner Vergangenheit, unabhängig von meinem Geld. Also so richtig Freiheit auf allen Ebenen.

Mechthild [00:27:50]:

Ja, das klingt auf jeden Fall spannend. Und das kann ich das auf deiner Webseite nochmal nachlesen? Genau. Dann verlinke ich das natürlich auch.

Anastasia Umrik [00:28:01]:

Ja, danke dir.

Mechthild [00:28:02]:

Jetzt wenn jemand sagt, oh wow, das will ich mir mal angucken.

Neues Jahresprogramm – “Become a MindPunk”

Anastasia Umrik [00:28:05]:

Ja, genau. Es gibt auch ein Jahresprogramm, das startet aber erst gegen Herbst. Das steht noch nicht auf der Website, aber das kommt. Das heißt dann ganz klassisch “Become a MindPunk”, also “Werde ein MindPunk.

Mechthild [00:28:22]:

Das klingt cool. Ja, MindPunk ist ja auch so ein cooles Wort mit dem Punk und dem Mind und Kopf und zusammen und anders sein als anders.

Den eigenen Weg gestalten

Anastasia Umrik [00:28:35]:

Genau, den eigenen Weg gehen, den eigenen Weg gestalten und nicht mehr nur warten bis irgendjemand mir erlaubt, dass ich frei sein darf.

Spirtiualität und Magie

Mechthild [00:28:46]:

Ja spannend. Was mich auch so noch interessiert, wenn du darüber reden möchtest, wie du zu dem Thema Spiritualität und Magie dann für dich gefunden hast, oder ob das immer schon auch ein Thema bei dir war, oder ob wieder da dein Weg war?

Anastasia Umrik [00:29:01]:

Ja, mein Weg, tja, also weißt du, ich bin in einem sehr religiösen Haushalt aufgewachsen, also mein Vater war sehr religiös und deswegen fand ich es immer abschreckend. Ich fand es immer furchtbar, wenn man gesagt hat, die, keine Ahnung, gib das doch an das Universum oder Gott oder was weiß ich ab. Ja, ich fand das ganz schlimm, finde ich immer noch übrigens schlimm, wenn man das sagt. Ich sehe das eher als eine Ko-Kreation mit 1 anderen Kraft. 

Nahtod-Erfahrung

Und mein Weg dahin war sehr unschön. Noch bevor die ganzen Geschichten begonnen haben in der Öffentlichkeit. Und ja, jetzt ist es ja total überall in aller Munde sozusagen. Ich hatte vor 9 Jahren eine Nahtod-Erfahrung, über die habe ich ja schon öfter auch erzählt.

Anastasia Umrik [00:29:55]:

Überall werde ich jetzt auch nicht so weit ausholen. Aber bei dieser Nahtod-Erfahrung, da habe ich bestimmte Erfahrungen gemacht. Ich habe Sachen gehört, ich habe Sachen gesehen. Und seitdem, also seit diesem Ereignis, hat sich bei mir irgendetwas geöffnet, was ich nicht kontrollieren konnte, so oder nicht bewusst entschieden habe. Und seitdem bekomme ich einfach Informationen, nach denen ich teilweise gar nicht frage. Aber manchmal kann es mir gut helfen oder hat mir schon viel geholfen. 

Es gibt eine höhere Kraft für Anastasia

Und so kam das Thema einfach zu mir, dass ich einfach mir eingestehen musste, es gibt eine Kraft, es gibt irgendwas, was definitiv höher ist als wir und als unser Mind und auch als unser Gehirn. Es denkt oder zulassen möchte und diese Erfahrungen und diese Information, die haben – ich musste mich damit auseinandersetzen. Und so kam es zu mir.

Themen kommen zu ihr 

Anastasia Umrik [00:30:59]:

Also es war jetzt nichts wie, weißt du, so dieses, jetzt sprechen alle darüber, ich hänge mich da dran und ich hänge mich mit da, falls cool ist, weil das angesagt ist. Nichts von all den Sachen, die ich mache oder sage, sind, weil ich die als modern empfinde. Und das wirkt vielleicht anders, weil das alle tun. Aber die Wahrheit ist, ich habe vor 9 Jahren schon diese Erfahrung gemacht. Genauso wie mit dem Atmen, das habe ich vor 7 Jahren entdeckt. Da war das überhaupt noch kein Thema im Mainstream. Ich habe diese Sachen eher erfahren, weil ich wusste, weil es mir so schlecht ging damals. Und jetzt geht es sehr vielen Menschen schlecht und die machen die gleichen Erfahrungen wie ich damals auch.

Oft beschäftigt sie sich schon früher mit bestimmten Themen

Anastasia Umrik [00:31:49]:

Und ich habe, weißt du, ich habe oft das Gefühl, das ist aber nicht mein Verdienst, sondern das ist einfach so. Ich bin immer so ein bisschen 3, 4 Jahre im Vorhaus, so mit meinen Erlebnissen. Und ich kann auf jeden Fall jetzt schon mal sagen, alles wird gut. Es ist alles okay. Also man steht immer noch, wenn die Krise vorbei ist, man steht immer noch, aber auf einer anderen Ebene und das ist schön.

Es kommen immer wieder neue Themen

Mechthild [00:32:19]:

Okay, weil wenn du sagst so mit den Krisen, weil wahrscheinlich, ich weiß nicht, ob du immer noch, vielleicht nicht so große Krisen wie damals, aber man hat ja immer im Alltag irgendwas, was ist, Aber du hast vielleicht jetzt andere Möglichkeiten, damit umzugehen und es nicht mehr so an dich heranzulassen, wie vielleicht vor ein paar Jahren noch. Oder es kommen wieder andere Themen.

Sie verliert sich nicht mehr in der Wut und Traurigkeit

Anastasia Umrik [00:32:40]:

Es kommen, genau. Nein, man lässt die Dinge schon an sich hängen, weil, weißt du, ich glaube, der Moment, wo man die Themen nicht an sich handelt, an dem Moment bist du nicht im Körper. Also ich fühle mehr als vorher und ich weine mehr als vorher und ich bin wütender als früher, aber ich kann damit besser sein. Ich verliere mich nicht mehr in meiner Wut oder in meiner Traurigkeit, ich verliere mich nicht mehr. Ich weiß dann auch, ich bin jetzt wütend, aber sterbe ich? Nein, ich sterbe nicht an meiner Wut. Oder ich fühle mich, ich habe eine Ohnmacht in mir. Bin ich ohnmächtig? Ja, jetzt schon, aber das muss so nicht bleiben.

Es muss nicht so bleiben

Anastasia Umrik [00:33:34]:

Und diese Erfahrung, es muss so nicht bleiben, die ist sehr, sehr wertvoll. Dass wir sehr viel selbst in der Hand haben, wie weit wir die Geschwindigkeit auch in unserer Energie beschleunigen oder nicht. Das ist ein sehr spannendes Feld. Also kann ich sehr, sehr lange und viel reden über die Energie, wie man die beschleunigt.

Mechthild [00:33:59]:

Ja, das ist wieder diese Veränderung, die du ja auch schon öfter angesprochen hast. 

Anastasia Umrik [00:34:06]:

Genau.

Akzeptanz der Situation

Mechthild [00:34:06]:

Und was du auch noch gesagt hast, ist ja diese Selbstakzeptanz oder die Akzeptanz der Situation, dass das vielleicht nicht einfacher wird, aber wir können damit vielleicht besser umgehen, uns so zu akzeptieren, wie wir sind und auch mit den vielleicht nicht so schönen Seiten von uns.

Anastasia Umrik [00:34:26]:

Ich glaube, die Akzeptanz, die Selbstakzeptanz ist, ich glaube, wir haben einfach keine Wahl, weißt du? Also es gibt nur diese 2 Möglichkeiten. Entweder man struggelt mit sich selbst noch 10 Jahre. Du willst nicht jemand anderes werden. Dein Vater wird so bleiben, wie er ist. Deine Probleme, deine Eltern, es ist viel. Oder du sagst einfach, okay, das ist jetzt halt so.

Mechthild [00:34:53]:

Ja, und von da aus gehen wir dann weiter in das, was noch kommen kann.

Anastasia Umrik [00:34:59]:

Genau.

Mechthild [00:35:00]:

Wow, das war schon wieder so viel Anastasia. In kurzer Zeit.

Sie geht immer sehr in die Tiefe 

Anastasia Umrik [00:35:08]:

Ja, ich sage dann ja auch immer, wenn ich ein Coaching oder so verkaufe oder mein Podcast, ich habe ja auch einen, dann wenn ich dann so sage, ihr müsst keine 5 Stunden bei mir buchen. Also je nachdem, was ihr wollt, aber manchmal ist eine Stunde auch so voll, das bringt einen ja so, ja, also so richtig wie so ein Eimer Wasser und dann bist du schon beschäftigt. Ja, deswegen, aber das habe ich mir auch irgendwann erlaubt, einfach zu sagen, was ich wahrnehme und nicht mehr nur reduziert und in Döschen und so. Nö, also ich haue einfach raus und das muss ja auch wirken. Aber ja, ich kann sehr gut anerkennen, dass manchmal so viel, was ich sage.

Einzelne Impulse mitnehmen 

Mechthild [00:36:06]:

Ja, so viele spannende Ideen, die vielleicht auch erstmal dann noch einzeln nachwirken können bei den Zuhörerinnen und Zuhörern. Oder vielleicht auch ein einzelner Impuls, der irgendwie spannend war, dass vielleicht eine Sache aus dieser Folge dich vielleicht noch weiter beschäftigt und noch was mit dir macht. Gibt es noch irgendwas, was du noch teilen möchtest?

Die Vergangenheit muss die Zukunft nicht beeinflussen

Anastasia Umrik [00:36:29]:

Ja, ich habe jetzt schon so viel gesagt. Vielleicht nur noch eine kleine Erinnerung, dass die Vergangenheit, die muss deine Zukunft nicht beeinflussen. Ich glaube, das ist das, was mir heute wichtig ist. Es ist vorbei. Und die Zukunft ist noch nicht vorbei, die kannst du noch kreieren. Die Vergangenheit, ja, das hängt noch ein bisschen wie so ein Nachgeschmack hinten dran, aber es ist okay.

Anastasias Selbstfürsorge

Mechthild [00:36:57]:

Ja, das war schon fast ein guter Schluss, aber die letzte Frage oder letzte Themen, die ich immer am Ende habe, ist so, was du für dich selber, für deine eigene Selbstfürsorge machst, bei allem, was du so im Aus und für andere machst, aber was machst du, dass dir noch weiter gut geht oder du bei dir bleiben kannst oder im Moment bleiben kannst?

Wärme hilft ihr

Anastasia Umrik [00:37:17]:

Was mache ich gerne? Was mir sehr, sehr guttut, ist tatsächlich Wärme. Auch wenn jetzt Sommer ist und es ist warm. Aber auch das, ne? Also Wärme ist für mich wie so eine Art Wellness. Und wenn es kühl ist, dann ist die Wärme auch für mich Wellness. Und immer wenn ich ein bisschen dereguliert bin oder in meinem Kopf zu doll bin oder was auch immer, die Wärme tut mir immer gut.

Abschluss der Folge

Mechthild [00:37:44]:

Ja, mir auch. Also Ich mag auch immer eher warm als kalt. Ja. Ja, danke. Und dann, ich verlinke auf jeden Fall alles zu deinem Angebot, zu deiner Webseite, MindPunk-Webseite. Und vielen Dank nochmal, dass du dir die Zeit genommen hast und hier im Podcast warst.

Anastasia Umrik [00:38:05]:

Danke dir. 

Mechthild [00:38:06]:

Und dann noch einen schönen Tag und bis bald.

Anastasia Umrik [00:38:08]:

Dankeschön. Vielen Dank. Tschüss.

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