Dieses Mal spreche ich mit Lena, die als Physiotherapeutin und Yogalehrerin arbeitet und sich auf Yoga für Menschen mit neurologischen Behinderungen und Erkrankungen spezialisiert hat. Wir tauschen uns darüber aus, wie Yoga in Verbindung mit Physiotherapie für Menschen mit zum Beispiel MS oder Zerebralparese wirken kann und welche Bedeutung Atmung, Entspannung und Achtsamkeit im therapeutischen Kontext und im Alltag haben.
Lena berichtet aus ihrer praktischen Erfahrung, wie sie Yoga für Kinder mit Behinderung zugänglicher gestaltet und wie sie im Rahmen ihrer Masterarbeit zu den Auswirkungen von Yoga auf Konzentration, Motorik und das Körperbewusstsein bei Kindern mit Zerebralparese geforscht hat. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie man mehr Eigenverantwortung und Freude an Bewegung im Alltag der Betroffenen stärken kann – jenseits von „klassischer“ Therapie.
Wir sprechen außerdem darüber, wie wichtig es ist, Angebote individuell anzupassen, Selbstfürsorge zu leben und immer wieder neue Wege zu finden, mit dem eigenen Körper in Kontakt zu kommen.
Über diese Themen sprechen wir in der Folge:
- Über Lena und ihr Weg zum Yoga
- Yoga und neurologische Behinderungen
- Physiotherapie trifft Yoga
- Yoga in der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen
- Anpassungen und Individualität im Yoga
- Forschung zu Yoga bei Zerebralparese
- Selbstfürsorge und die eigene Praxis
Hier kannst du dir die Folge direkt anhören:
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Transkript dieses Beitrags:
Einleitung in Folge 74
Mechthild [00:00:06]:
Inklusive Achtsamkeit, der Podcast zu den Themen Achtsamkeit und Inklusion mit mir Mechthild Kreuser. Hallo, herzlich willkommen zu Folge 74 von Inklusive Achtsamkeit, der Podcast. Ich bin froh, dass du wieder da bist und eingeschaltet hast.
Yoga für Menschen mit neurologischer Behinderung
Heute habe ich ja wieder ein Interview mit Lena und Lena ist Physiotherapeutin und Yogalehrerin und hat sich auch spezialisiert auf Yoga für Menschen mit neurologischen Behinderungen und Krankheiten. Das finde ich spannendes Thema, weil ich ja selber auch eine neurologische Behinderung habe und ja auch selber Yoga unterrichte und Yoga für mich mache. Darüber reden wir auch in der Folge, wie das so aussieht und was dort vielleicht die Veränderungen sind, die entstehen können, wenn sie da sind.
Ein paar Sätze zu unserer Sprache
Und ja, wir reden natürlich auch viel über den Körper in dieser Folge und vielleicht ist unser Wording auch nicht immer 100 Prozent richtig oder gut und es entwickelt sich auch immer, wie die Worte gewählt werden können. Ich habe versucht wieder achtsam damit zu sein, aber es kann natürlich sein, dass ich das für mich, für dich vielleicht gerade in dem Moment, so wie ich das sage oder wie wir das sagen, nicht gut anfühlt und dann auch für dich damit umzugehen. Ich will das nur am Anfang noch mal sagen, dass ja das natürlich immer ein großes Thema ist, gerade im Yoga, wo es auch viel in den Asanas auch um den Körper geht und wir darüber diesmal halt sprechen.
Mechthild [00:01:40]:
Das war eben noch mal ein kurzer Disclaimer am Anfang, weil mir das halt immer wichtig ist, das auch noch mal anzusprechen, dass sich sowas immer natürlich weiterentwickelt und ich da versuche achtsam mit zu sein. Dann wünsche ich dir jetzt viel Spaß mit dieser Folge, vielleicht neuen Input auch, was du für dich mitnehmen kannst und dann bis zum nächsten Mal.
Vorstellung von Lena
Hallo liebe Lena, schön, dass du heute im Podcast bist und dir die Zeit nimmst, mit mir zu sprechen und über dich mehr zu erzählen und deine Arbeit und ich fange immer so an, dass du dich einmal vorstellen kannst, was du so teilen willst, wer du bist, was du machst.
Lena [00:02:24]:
Ja, hallo liebe Mechthild, ich freue mich auch total hier zu sein. Es ist ganz aufregend. Ich habe sowas noch nie gemacht, aber ja, freue mich total. Genau, ich heiße Lena, ich bin 33 Jahre alt und ich komme eigentlich aus der Nähe von Mainz, wohne aber jetzt in München schon seit ein paar Jahren und ich bin Physiotherapeutin, spezialisiert auf Kinder mit vor allem überwiegend neurologischen, neuro-orthopädischen Erkrankungen und arbeite aber auch mit Erwachsenen und bin nebenbei eben auch Yogalehrerin und habe da so ein paar kleinere Ausbildungen gemacht und bin jetzt noch in meiner großen Yoga-Therapie Ausbildung. Genau, das mache ich eigentlich alles.
Wie hat Lena Yoga für sich gefunden
Mechthild [00:03:05]:
Ja, spannend. Das sind auf jeden Fall die Themen, über die ich auch heute mit dir sprechen will. Zuerst ziemlich dann auch vielleicht, wie du selber zum Yoga auch gekommen bist, wie du das für dich gefunden hast.
Lena [00:03:16]:
Also ich glaube, meine erste Yoga-Einheit habe ich während meiner Physio-Ausbildung gemacht. Da habe ich mich angemeldet für so einen 10-Wochen-Kurs und ich fand den eigentlich, ich bin da nicht so richtig reingekommen. Also ich habe mich danach körperlich total gut gefühlt, immer irgendwie größer und leichter, irgendwie so anders gefühlt einfach. Aber ich konnte mich trotzdem nicht so richtig darauf einlassen.
Es ist jetzt nicht so, dass ich nach meiner ersten Yogastunde total geflasht war und gedacht habe, das ist jetzt für immer hier und den Weg auf jeden Fall weitergehen. Ich habe dann aber im Studium noch mal einfach eine andere. Es gibt ja ganz viele verschiedene Yoga-Arten oder Yoga Stile und habe dann Ashtanga Yoga ausprobiert. Ich weiß nicht, ob du das kennst oder auch schon mal versucht hast, gemacht.
Mechthild [00:04:03]:
Nur vom Namen her kenne ich das.
Immer die gleiche Abfolge
Lena [00:04:05]:
Also der Hauptunterschied ist im Prinzip, dass es so eine ganz strukturierte Abfolge gibt. Man macht immer das Gleiche. Man hat dann auch so Maisor Stunden, heißen die. Das ist wie so ein offener Raum und alle können unterschiedlich zu unterschiedlichen Zeiten einfach reingehen und für sich anfangen zu praktizieren. Also man kommt in den Raum, dann liegt da schon der erste in Shavasana und die nächsten fangen erst an mit Sonnengruß. Ist total spannend. Aber du musst im Prinzip diese Abfolge für dich selber kennen.
Gefühl von Flow
Und da habe ich zum ersten Mal so dieses Gefühl gehabt, was das für eine positive Energie dir selber gibt, wenn du so in diesem Flow bist, eine Bewegung zu machen und auf die Atmung zu achten und dafür selbst verantwortlich zu sein. Irgendwie hat das so einen Schalter bei mir umgelegt und ja, dann war ich davon so ein bisschen hooked irgendwie und dachte mir, den Weg möchte ich irgendwie weitergehen.
Danach hat sie die Ausbilung angefangen
Lena [00:04:59]:
Und habe dann mit so einer 200 Stunden Ausbildung, mit so einer Grundausbildung angefangen. Genau, ich glaube, das war im Prinzip so mein Weg zum Yoga, würde ich sagen.
Auch mehr mit Patient*innen weitergeben
Mechthild [00:05:08]:
Ja, und als du dann die Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht hast, warst du ja auch schon Physiotherapeutin und dann hast du gemerkt, dass du das auch an deine Patientinnen und Patienten weitergeben möchtest oder wie war da der Weg?
Lena [00:05:20]:
Ja, im Prinzip habe ich gemerkt, dass ich immer mehr von dem, was ich während dieser Yoga-Ausbildung oder auch danach gelernt habe, also mit in die Therapie reinnehme. Ich glaube, das passiert als Therapeutin eh total oft, dass man ganz viele Einflüsse von außen mitnimmt. Und ich habe einfach gemerkt, dass gerade das Thema Atmung bei ganz vielen Erkrankungen viel mehr im Vordergrund stehen sollte oder auch das Thema Entspannung, wenn Leute viel zu verarbeiten haben, gerade mit ihrer Erkrankung.
Kleine Yoga-Elemente mit reinnehmen
Ich habe zu der Zeit während der Ausbildung in einem Krankenhaus auch kurz gearbeitet, auch auf interessiert und da ging vom Körperlichen, was man vielleicht in der Physiotherapie so lernt, auch gar nicht so viel, weil die Patienten halt eben einfach auch gar nicht so viel konnten. Aber Atmung und kleine Bewegung haben trotzdem schon total den Effekt bei vielen gehabt. Und das war glaube ich, so auch ein Punkt, wo ich das immer mehr mit reingenommen habe, wo ich Yoga Elemente immer mal mit reingenommen habe, ohne dass es jetzt eine komplette Yogaeinheit sein musste, sondern eher so Teile eigentlich.
Mechthild [00:06:29]:
Ja, ich in meiner Physiotherapie nehme ich auch oft die Sachen, die ich dann zu Hause im Yoga für mich mache mit. Sag meiner Therapeutin noch mal können wir noch mal hier im Ausfall oder so gucken? Irgendwelche Sachen, die wir dann als Inspiration nehmen, meinem Körper zu gucken, wie das geht.
Die eigene Praxis aufgreifen
Lena [00:06:48]:
Ja, das ich, das ist ja, finde ich, das macht total Sinn, weil das ist ja deine Praxis, die du sowieso machst und die aufzugreifen und noch mal da was mehr draus zu machen, ist ja viel, viel sinnvoller, als wenn jetzt von außen was Neues bekommst, was du vorher noch nie gemacht hast und was du auch eigentlich gar keine Lust hast, in deinen Alltag einzubauen. Das ist ja genau der Punkt, wenn du was hast, was dir guttut und wo du schon weißt, boah, das habe ich schon ein paar Mal gemacht und das gibt mir immer ein gutes Gefühl dann ist, dass ja auch das was du weitermachen wirst eigentlich. Das ist ja immer das Ding von Physiotherapie, das soll ja nicht nur in im Behandlungsraum stattfinden und dann ist es vorbei, wenn du aus der Tür rausgehst, sondern das soll ja dein Alltag werden eigentlich
Mit einem Körper, der anders ist als die Norm
Mechthild [00:07:30]:
Ja, genau und gerade so beim, wenn der Körper vielleicht anders ist, als die Norm dann finde ich es immer gut, dass sie von außen auch noch mal guckt, okay kann ich vielleicht noch mal anders machen, weil ich natürlich schon viel spüre im Körper aber manche Sachen ist vielleicht dann noch mal gut von außen ein bisschen Impuls zu bekommen.
Neue Möglichkeiten für Übungen geben
Lena [00:07:50]:
Ja total so war das bei meiner ich habe danach der Ausbildung angefangen vor allen Dingen Gruppen zu unterrichten und hatte dann irgendwann eine Patientin oder eine Teilnehmerin da die MS hatte und sie hat eigentlich immer ganz normal mitgemacht und manche Sachen hatte sie ein bisschen Schwierigkeiten mit und wir haben irgendwann ausgemacht, dass wir mal so eine Einzelstunde machen und sind die ganz viele Sachen durchgegangen und ich habe ihr Alternativen gegeben oder gezeigt was sie noch verändern kann oder wo sie vielleicht ein Yoga Block nehmen kann und da den Schritt nach vorne machen so Sachen. Kleinigkeiten, auf die man selber manchmal gar nicht kommt, die aber dann total den Unterschied machen. Die machen dann so auf einmal Klick und dann kann man das selber irgendwie anwenden finde ich.
Wie kann ich es für mich gut anpassen?
Mechthild [00:08:40]:
Toll genau, weil ich mache halt ja oft mit YouTube-Videos mit Yogalehrerin und die hat natürlich so einen sehr normativen Körper und dann muss ich gucken wie kann ich das für mich gut anpassen
Lena [00:08:56]:
Das ist ja das Schöne, dass das funktioniert so und gerade je mehr Erfahrung man wahrscheinlich auch mit seinem Körper macht und je besser man den kennenlernt, desto mehr kann man es anpassen und für sich ja da was Positives rausziehen Ja genau du.
Wie bietet Lena ihre Angebote an?
Mechthild [00:09:11]:
Hast jetzt auch schon erzählt dies ein Beispiel, dass du dann der einen Person speziell noch mal geguckt zusammen geguckt habt. Wie machst du das sonst in deinem Unterricht, wenn du mit Menschen mit Behinderung oder Menschen mit und ohne Behinderung zusammen unterrichtest?
Gerade Kleinengruppen und 1 zu 1 Stunden
Lena [00:09:23]:
Also momentan mache ich vor allen Dingen Kleingruppenunterricht und 1 zu 1 Stunden. Es sind wirklich gerade gar nicht so viele inklusive Stunden wo ganz viele verschiedene Erkrankungen oder Menschen mit wie du es eben gesagt hast, mit einem normativen Körper irgendwie kommen. Ich habe Menschen, die zum Beispiel Parkinson oder MS haben und die unterrichte ich eigentlich gerade so, dass das Ziel ist, dass sie eine eigene Yoga-Praxis bekommen.
Eigene Yoga-Praxis entwickeln
Also das kommt auch ein bisschen aus der Yoga-Therapieausbildung raus, wo das Ziel ist, dass man eigentlich keine Abhängigkeit schaffen will zwischen dem, der unterrichtet und dem, der teilnimmt. Man möchte eher so zu einer eigenen Praxis hinführen. Das heißt, man macht vorher zum Beispiel aus, ich kann irgendwie am Tag eine halbe Stunde investieren oder alle zwei Tage und darauf baut man eine Yoga-Praxis auf.
Dann schaut man nach dem Energie-Level. Bei bestimmten Erkrankungen ist es häufiger so, dass sie ein bestimmtes Energie-Level haben, ist aber auch überhaupt nicht. Also muss man auch aufpassen, dass man nicht so eine Klischee-Schablone da immer drüberlegt. Aber zum Beispiel bei Menschen mit Parkinson ist es eher so, dass man natürlich eine Folge haben will, die ein bisschen Energie bringt. So ganz grob gesagt.
Eine online Gruppe für Eltern von Kindern mit seltenen Erkrankungen
Lena [00:10:48]:
Und das bauen wir dann eben auf. Und das ist eigentlich gerade so, wie ich unterrichte. Also im Moment gerade gar nicht so die klassische große Gruppe, wobei jetzt auch eine Gruppe hat jetzt angefangen, die findet online statt, die ist aber vor allen Dingen für Eltern, die Kinder haben mit seltenen Erkrankungen. Also da geht es eher darum, Personengruppen zu erreichen, die vielleicht nicht unbedingt jetzt die Kapazitäten, die Zeit haben, in Yogastudio regelmäßig zu gehen oder so.
Mechthild [00:11:24]:
Auch spannend und ein wichtiges Thema dann die Selbstfürsorge für Sie.
Lena [00:11:29]:
Genau, genau.
Forschung zu Yoga für Kinder mit Zerebralparese
Mechthild [00:11:31]:
Ich hatte auch gesehen, dass du zu dem Thema sogar geforscht hast, mit Kindern mit Zerebralparese, wie Yoga für sie möglich ist oder was war genau da deine Fragestellung auch?
Lena [00:11:46]:
Also ich habe mein Master Neuroorthopädie gemacht in der Physiotherapie und in dem Zusammenhang habe ich die Masterarbeit eben über Yoga für Kinder mit Zerebralparese geschrieben. Und ich habe mich vor allem damit beschäftigt, wie ein Yoga Programm oder welche Auswirkungen eigentlich ein Yoga Programm auf die Konzentrationsfähigkeit und auf die Motorik und die Atmung der Kinder hat, weil es eben in der Therapie oft so ist, dass man sich schon, dass man wirklich schon auf den Fokus auf diesem Motorischen hat, was ja auch in Ordnung ist, weil wir irgendwie viele Disziplinen haben, die bei den Kindern zusammenarbeiten.
In den Schul-Unterricht kleine Yoga-Einheiten einbauen
Aber trotzdem ist es meiner Meinung nach total wichtig, die anderen Faktoren nicht außen vorzulassen. Ich arbeite an einer Schule und habe da schon immer viel Yoga so als Gruppenangebote gehabt oder auch, weil ich ein total tolles Klassenteam hatte, konnten wir das auch im Unterricht immer mal so einbauen, dass wir vor der Stunde, nach der Stunde kleinere Yoga-Einheiten eingebaut haben.
Es gab bereits eine Studie zu dem Thema
Und dann im Laufe des Masterstudiums bin ich über oder habe ich geschaut, was gibt es überhaupt schon für Studien für Yoga in diesem Bereich und habe dann eine Studie gefunden, das ist die My Yoga Studie, die wurde in Australien gemacht, auch mit Kindern mit Zerebralparese. Und da wurde so ein Heimübungsprogramm entwickelt, was sie zu Hause machen können, mit den Eltern zusammen. Es wurde auf Lebensqualität geguckt und auch auf Konzentration. Ich fand es dann aber total wichtig, weil es ja mittlerweile auch Studien gibt, die sagen, dass wenn man wirklich regelmäßig meditiert, sich sogar so neurale Strukturen so ein bisschen verändern können, man aufmerksamer ist.
Veränderung der Aufmerksamkeit durch das Yoga
Lena [00:13:34]:
Und ich wollte schauen, wie sich wirklich vorher nachher die Aufmerksamkeit bei den Kindern verändert. Also die Kinder mussten vorher und nach jeder Yogastunde so einen D-Test ausführen. Ich weiß nicht, ob du den kennst, da kreuzt man so Buchstaben, also ein D an, also man muss immer das D ankreuzen. Es gibt aber auch ein P zwischendurch oder ein D mit so einem Punkt unten drunter oder so. Also man muss, man kann falsche ankreuzen und man kann welche auslassen, wenn man zu schnell oder und man zieht eine zusammen und bekommt so einen Konzentrationswert raus.
Und das mussten sie vorher ankreuzen und immer nach der Stunde. Und dann haben wir eben sechs Wochen zweimal die Woche Yoga gemacht. Ich habe noch Sauerstoff vorher nachher gemessen und eben ganz am Anfang und nach den sechs Wochen so Kraft-Tests mit den Kindern gemacht.
Struktur und Sicherheit geben
Lena [00:14:25]:
Und ich hatte mir halt eben auch so eine gewisse Struktur überlegt, die für so eine Yoga-Einheit wichtig ist, weil ich auch das Thema Struktur und Sicherheit für die Kinder total wichtig fand. Ich habe so eine Klett-Mappe, ich weiß nicht, kennst du das? Das sind so Mappen, wo du die Kinder haben das für ganz viele Alltags-Sachen auch zum Beispiel zum Anziehen. Erst die Jacke anziehen, dann das Anziehen klappt immer so auf, dass sie die Reihenfolge von irgendwelchen Sachen kennenlernen. Und dann habe ich das für eine Yoga-Einheit, dass sie am Anfang konnten sie dann aufklappen okay, jetzt kommen wir erstmal an, es ist Ruhe. Dann haben wir so eine Übung zum Riechen gemacht, um überhaupt mal die Sinne ein bisschen anzuregen und Atemübung und dann kam die Motorik, also Asana Bewegung und dann ging das wieder rückwärts mit noch mal eine Atemübung, noch mal was riechen und dann Entspannung und dass sie immer, mir war das irgendwie wichtig, dass sie immer wissen, wo stehen wir jetzt gerade, was kommt als Nächstes ist.
Es war total interessant, dass die Kinder irgendwann nach einer Zeit diese Struktur selber im Kopf hatten. Ja, das hat irgendwie hat das ganz gut funktioniert und ich habe versucht, mich in diesem Wording von dem Asana anleiten. In normalen Stunden, in Anführungszeichen, macht man ja immer so Arme nach oben, Arme zur Seite, Arme nach unten.
Einen externen Fokus geben
Lena [00:15:43]:
Und ich hatte so das Gefühl, ich weiß nicht, ob du das auch kennst, das ist für viele Menschen einfacher ist, wenn man wirklich Bewegungsangaben macht. Also in der Therapie nennt man das einen externen Fokus, das heißt zum Beispiel zur Decke greifen oder nach vorne greifen, weil in der Physiotherapie macht man das schon sowieso öfter, aber im Yoga eben glaube ich noch nicht so oft an oder noch nicht so angekommen.
Aber viele Menschen mit neurologischen Erkrankungen haben ja ein anderes Körperbild, ein anderes Körperbewusstsein und wisst gar nicht so richtig, was ist eigentlich oben, was ist eigentlich unten, wo ist eigentlich rechts, links. Und vor allem, wenn man es mit kleineren Kindern macht, die ja auch noch gar nicht wissen, wo rechts und links ist, hat es total geholfen oder zum Beispiel mit Bällen, was auch so ein bisschen motiviert hat. Greif den Ball und dann war das die Vorbeuge so ein bisschen genau das Verpacken.
Auch Wissens-Vermittlung war ein wichtiger Teil
Ja, das war so von der Struktur und was ich noch interessant fand, was wir in diesem Yoga Programm mitgenommen haben, dass wir so einen Teil hatten, wo es um Edukation ging. Also ich mit den Kindern am Anfang gesprochen habe, zum Beispiel wie Gefühle in deinem Kopf auch manchmal was mit der Muskeltonus zu tun haben.
Wenn man wovor Angst hat, hat man höheren Muskeltonus oder wenn man irgendwie traurig ist, dann hat man vielleicht ein bisschen, also so ein bisschen ein Gefühl dafür zu geben, was Gedanken auch mit deinem Körper machen können. Und aber auch, dass wir mit der Atmung so ein bisschen Kontrolle darüber kriegen kann, also dass wir eigentlich mit der Atmung kontrollieren können, wenn wir uns über was sauer sind oder aufregen, dass wir ein bisschen ruhiger atmen können und uns so vielleicht wieder runterfahren können in so ganz einfacher Sprache.
Genau, das war im Prinzip so das Yoga Programm und dann diese Testungen aussenrum. Ja, war total spannend.
Die Aufmerksamkeit wurde besser
Lena [00:17:35]:
Es war auch wirklich sehr viel Arbeit, vor allem die Kinder zu motivieren, diesen Test vor, vorher und nachher vorstellen. Aber es hat funktioniert. Es ist auf jeden Fall von der Aufmerksamkeit rausgekommen, dass sie nach der Yoga-Einheit immer besser ausgefüllt haben als davor. Es hat also funktioniert.
Verbesserungs-Möglichkeiten für weitere Studien
Also erstmal hatte ich nur sechs Kinder, was natürlich keine wirklich riesige Probandenzahl ist. Eigentlich müsste man das noch mal machen und die Kinder zwischendurch nicht Yoga machen lassen, sondern ich weiß nicht, Fußball spielen lassen oder so. Ob es insgesamt einfach an Bewegung liegt und tut was und danach ist man sowieso konzentrierter oder ob es wirklich an dieser wirklichen Verbindung zwischen Atmung und Bewegung liegt, dass man da ist. Also das würde mich noch mal interessieren, ob das wirklich der Effekt ist oder.
Erhöhter Muskeltonus bei Zerebralparese
Mechthild [00:18:24]:
Ja, aber cool, dass es dann schon mal zumindest diese Konzentration geholfen hat. Genau, und auch mit dem Muskeltonus, finde ich spannend. Also ich habe ja selber auch eine 10 und das ist eines der Themen, die bei Zerebralparese sehr stark ist, dass wir so einen hohen Muskeltonus oft haben und wenn wir angespannt sind das Jahr noch, sind wir vielleicht noch verkrampfter oder so.
Lena [00:18:48]:
Ja. War das so, dass du das auch immer direkt so gemerkt hast oder würdest du sagen, das war dir eine Zeit lang auch gar nicht so richtig bewusst, dass das zusammenhängt?
Mechthild [00:18:57]:
Ich glaube, es war mir auch nicht so bewusst und selbst jetzt ist dann manchmal so, dass ich merke, ah, okay, ich bin angespannt, vielleicht muss ich noch mal ein bisschen mehr wieder auf mich achten oder eben Yoga machen oder so. Dann manchmal erst hinterher vielleicht merke, dass ich gerade bei mir ist auch sehr Schulter und Nackenbereich und Kopf, weil ich bin ja auch noch Rollstuhlfahrerin, also ich kann auch laufen, aber ich fahre oft. Dadurch ist natürlich da auch noch mal mehr quasi Spannung im oberen Körperbereich und so. Ja, muss ich schon drauf achten.
Jeden Tag etwas für mich machen
Lena [00:19:30]:
Das ist total spannend. Und hilft dir Yoga auch aktiv dann?
Mechthild [00:19:34]:
Ja, schon. Also sowohl zum auch diese Aktivität zu haben und immer jeden Tag auch was zu machen, weil ich merke schon, dass mir das guttut und wenn ich es wieder eine Zeit nicht mache, dass ich dann merke, okay, ich muss langsam erst wieder reinkommen.
Lena [00:19:51]:
Ja, auch total normal. Geht mir genauso.
Weitere Forschung in dem Bereich
Mechthild [00:19:56]:
Genau. Gibt es dann auch weitere Forschung, also sowohl von eurer Gruppe, wo du das gemacht hast, als auch so von anderen Gruppen vielleicht, die zu dem Thema jetzt dann mehr forschen?
Lena [00:20:06]:
Also es gibt, wie gesagt, diese eine große Studie aus Australien und ansonsten eigentlich nicht so viel für Kinder mit Zerebralparese. Es gibt viel Forschung für gesunde Kinder, wo auch herausgekommen ist, dass es ein Einfluss auf die Konzentration hat und vor allem auch so Balancefähigkeiten, aber für Zerebralparese nicht so viel.
Ich war jetzt im, wann war das? Vor ein paar Monaten in Heidelberg auf so einem großen Kongress, das war so der europäische Kongress mit dem Weltkongress zusammen für Kinder mit angeborenen Erkrankungen. Und da wurde noch eine Studie vorgestellt aus der Türkei. Die haben auch was geforscht zum Thema Yoga für Kinder mit Zerebralparese und Autismus und hatten auch positive Ergebnisse.
Das Vergleichen der verschiedenen Programme ist schwierig
Aber ich finde es immer schwer zu vergleichen, weil das Yoga Programm in Anführungszeichen, was ich gemacht habe, da sind so viele Einflüsse von außen noch hereingepackt, dass man jetzt auch kritisch sagen könnte, ja, das ist ja gar kein Yoga mehr, das ist ja schon tausend andere Sachen noch dabei.
Und genauso, wenn ich mir dann das Yoga Programm angucke, was die, was sie in der Türkei genutzt haben für ihre Studie, kann man auch gar nicht mehr vergleichen mit dem, was ich. Also es ist so, nennt man alles Yoga und Yoga ist ja auch ein Riesenbegriff, aber es ist manchmal schwer, das zu vergleichen.
Oft ist nicht angegeben, welche Teile von Yoga geübt wurden
Lena [00:21:23]:
Oder auch wenn ich mir Studien angucke über andere Erkrankungen und Yoga und dann wird aufgeführt, ja, das hat geholfen da und da und dafür und dann will ich irgendwie wissen, ja, was haben die denn für Asanas gemacht, dass sie das geschafft haben und dann steht das aber nirgendwo und dann ist das manchmal schwer, finde ich, das da was rauszuziehen, weil das einfach ein Riesenbegriff ist. Also ich meine, ob du Hatha Yoga oder eben dieses Ashtanga Yoga praktizierst, ist auch ein riesiger Unterschied, aber es ist beides im Prinzip Yoga und am Ende ist es eben Atmung und Bewegung verbinden. Also es ist, ich weiß nicht, wie dir das geht, ob du das auch. Ja, ich finde es manchmal schwer zu definieren.
Fokus auf Achtsamkeit kommt dazu
Mechthild [00:22:03]:
Ja, und es kommt natürlich auch dieser Aspekt der Achtsamkeit und des Atems noch dazu, den ich auch wichtig finde, was wir auch in deiner Stunde dann da gemacht hast, wenn du die Fokus auf die Sinne und so gesenkt hast und die Atem.
Lena [00:22:17]:
Ja, das halt Yoga aus und das unterscheidet dann von sowas wie anderen Sportarten, wo eben nicht der Fokus auf Achtsamkeit oder sowas liegt.
Wissensvermittlung ist auch wichtig
Mechthild [00:22:29]:
Und auch diese, was du ja auch dann gemacht hast, diese Wissensvermittlung eben auf den Körper noch mal anders zu achten, das Wissen, wie Emotionen auch auf Einfluss haben können auf den Körper, ist ja auch spannend und wichtig, gerade wenn man vielleicht eher als Kind mit Behinderung nicht so verbunden ist mit den Gefühlen, weil man oft das ja so viel Therapie hat und das dann wegdrückt oder so oder nicht so fühlen will.
Lena [00:22:55]:
Ja, ja. Und ich finde auch, also wenn du das jetzt gerade ansprichst, mit dem, dass man das nicht so fühlen will vielleicht oder so, aber dieser Aspekt, dass du Yoga machst. Yoga für dich zu machen und das vielleicht gar nicht so als therapeutische Einheit siehst, sondern ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder, die von Geburt an Erkrankung haben, die machen ständig Therapie und irgendwann auch keine Lust mehr Therapie zu machen.
Etwas für sich machen
So, das ist einfach so. Und dann ist es total schön, wenn man was findet, wo die merken, dass es wirklich für einen selber ist. So das mache ich hier für mich und das mache ich nicht für den Therapeuten und das mache ich jetzt auch nicht, um zu bewerten, boah, wie hat das heute geklappt und wie war das und so und du musst das nicht einordnen, sondern das ist einfach nur meine Bewegung für mich und es ist egal, wie es heute klappt, aber es ist toll, dass ich es gemacht habe und es fühlt sich gut an sowas zu haben.
Über Yoga den Körper anders kennenlernen
Mechthild [00:23:48]:
Ja, das ist schön, dass das, aber das erinnert mich an meine eigene Erfahrung, weil ich bin ja auch, bin ja auch mit der Behinderung geboren und habe dann das auch in mein ganzes Leben lang Therapie gemacht. Und als ich dann in der Uni war, hatte ich erstmal auch keine Lust auf Therapie, weil ich die ganz 20 Jahre davor so viel gemacht hab. Aber in der Zeit habe ich dann eben auch Yoga für mich entdeckt und es hat wahrscheinlich auch einen Weg für mich, um auch wieder meinen Körper besser kennenzulernen und noch mal anders kennenzulernen.
Eigenverantwortung üben
Lena [00:24:18]:
Ja, ich glaube, dass es dieser diese Transition, die dann da ist von der Kinder-Therapie auch zum Erwachsenen dann und also man muss eigentlich ab einem gewissen Punkt in der Kinder-Therapie anfangen auch wirklich dahin zu arbeiten, dass jetzt die Eigenverantwortung sozusagen kommt, dass man weggeht. Du musst hier zur Therapie und einmal die Woche und du musst übrigens diese Orthesen tragen und du musst das machen und hin Boah, ich mache das für mich und das fühlt sich gut an für mich und deshalb nehme ich die und die Hilfsmittel und komme in so eine Eigenverantwortung rein und das muss unbedingt passieren. Also das finde ich das Schöne an der Yoga Therapie auch, dass man weggeht von dieser Abhängigkeit von den Betroffenen und den Therapeuten, Therapeutinnen so also das glaube ich ist total wichtig, dass man da nicht den den Spaß überhaupt am Bewegung verliert.
Mechthild [00:25:10]:
Ja, das stimmt, weil ich habe auch immer Sport gemacht, also Geräusche, Sport und dann das auch irgendwann halt ist übergegangen zum Yoga und dann irgendwann tanzen auch noch. Aber jetzt, zum Beispiel seit 10 Jahren mache ich auch immer eigentlich jede Woche Therapie, weil ich mir auch guttut Physiotherapie, weil ich merke, es ist eine gute Ergänzung zu dem, was ich sonst noch mache und ich brauche das auch beides.
Lena [00:25:36]:
Ja, das ist toll. Genauso soll sein.
Gibt es noch weitere Themen?
Mechthild [00:25:40]:
Ja, jetzt haben wir schon über viel geredet. Ich weiß nicht, ob du noch irgendwas hast zu dem Thema, was ich jetzt noch nicht gefragt habe oder du noch nicht geteilt hast.
Lena [00:25:48]:
Ich glaube nicht so wirklich. Also wir haben wirklich glaube ich, über viel schon gesprochen.
Lenas eigene Selbstfürsorge
Mechthild [00:25:54]:
Ja, genau und die letzte Frage eigentlich ist immer, was so deine eigene Selbstfürsorgepraxis ist, was du für dich selber machst damit dank ganzen Themen, dass du gut für dich aussagen kannst.
Muss erst wieder mehr reinkommen
Lena [00:26:07]:
Ja, das ist eine mega spannende Frage gerade, weil ich bin vor ein bisschen mehr wie bisschen über einem Jahr Mama geworden, hat sich echt viel verändert und das ist ich habe da gestern auch mit einer Freundin darüber gesprochen, dass ich immer noch so ein bisschen in dem Modus bin, ’ne ich habe jetzt gerade dafür nicht so viel Zeit, was aber gar nicht mehr stimmt, weil ich mittlerweile auf jeden Fall die Zeit dafür wieder hätte und man aber da selber wieder reinkommen muss. Das ist wirklich, selbst wenn man das immer täglich gemacht hat und man ist dann mal so richtig raus, braucht man wirklich wieder. Es ist wie so ein kleiner Berg, über den man erst wieder rüber muss.
Pranayama-Praxis
Ich bin auch gerade durch die Yoga-Therapie-Ausbildung viel mehr in dieses Thema Atmung noch mal gekommen und wirklich entspannende Position und eigentlich mache ich das gerade vor allen Dingen. Also ich habe mir so ein bisschen jetzt überlegt, dass ich wie mein, wie sozusagen meine Pranayama Praxis aussehen soll.
Und das sind ungefähr so 10 Minuten und das mache ich am Tag und dann meistens noch einfach wirklich ganz simpel Rückenlage, Beine hoch auf dem Hocker oder so und wirklich entspannende Übung und einfach nur fühlen, ich liege hier auf dem Boden und das ist irgendwie, ja, also wirklich gar nicht, gar nichts Verrücktes. Und ansonsten ab und zu baue ich noch ein paar natürlich so Kraftübungen und sowas ein, aber wirklich gerade nicht so viel ist es eher dieses sehr Ruhige und erstmal wieder den Körper wieder so kennenlernen.
Es muss nicht viel sein
Mechthild [00:27:37]:
Ja, spannend. Ja, ist immer wieder Thema, den Körper neu kennenzulernen, auch wenn so eine große Erfahrung da war oder auch wenn man vielleicht eine Zeit lang nicht so viel gemacht hat für den eigenen Körper, auch schön so das zu hören, dass es nicht viel sein muss und es trotzdem helfen kann.
Lena [00:27:55]:
Ja, das ist glaube ich auch, man denkt immer, man muss dann einsteigen wieder mit einer Stunde irgendwas, aber ich glaube, also mir tut es gerade gut, so einen ganz milden Einstieg zu haben und wenn man das mal, das ist wie so einen kleinen Berg, den man so langsam hochgeht und dann läuft es wieder.
Mechthild [00:28:14]:
Ja, nee, das kenne ich auch. Das ist so das, was ich eben geteilt hatte. Das ist dann, wenn ich wieder einsteige, ich erstmal merke aus ist noch ein bisschen langsam, dann komme ich, merke ich mit der Zeit, oh, ich verändert sich doch was.
Lena [00:28:29]:
Ja, genauso ist es ja schön.
Abschluss der Folge
Mechthild [00:28:32]:
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
Lena [00:28:34]:
Ja, danke.
Mechthild [00:28:35]:
Und genau, ich fand es einen schönen Austausch noch mal mehr über deine Arbeit auch zu erfahren, weil das ist ja dann immer auch eine gute Ergänzung zu meinen, was ich selber so erlebe oder auch in meinen Kursen mit anderen behinderten Menschen. Aber aus deiner Erfahrung auch noch mal als Physiotherapeutin mit der Forschung fand ich auch sehr spannend.
Lena [00:28:53]:
Ja, danke, dass du auch irgendwie so viele Eindrücke von deinem eigenen von deinen eigenen Erfahrungen geteilt hast. Das finde ich auch wirklich sehr spannend. Danke dafür.
Mechthild [00:29:02]:
Ja, danke schön. Und dann bis bald. Tschüss.
Lena [00:29:05]:
Bis bald.
Mechthild [00:29:06]:
Tschüss.