Für Folge 82 habe ich mit Suzan Wolf über ihren Weg zur Achtsamkeitstrainerin, Gemeinschaft und Geräuschempfindlichkeit gesprochen.
Suzan ist Psychologin und Achtsamkeitslehrerin für MBSR und MBCL und bietet Kurse sowie individuelle Begleitung an. Wir sprechen über ihre ersten Begegnungen mit Achtsamkeit während des Studiums, den Einfluss asiatischer Philosophie und wie sie zu ihre Ausbildung zur Achtsamkeitslehrerin gekommen ist. Ein wichtiges Thema in der Arbeit von Suzan das Thema Community: Sie berichtet, wie sie Praxisgemeinschaften und Jahresgruppen ins Leben gerufen hat, um Teilnehmende nachhaltig zu begleiten und den Austausch über die Kursangebote hinaus zu fördern.
Ein weiteres Thema, das wir beleuchten, ist der Umgang mit Geräuschen und Lautstärke im Alltag—gerade für Menschen, die sensibel auf akustische Reize reagieren. Wir sprechen darüber, wie Achtsamkeit helfen kann, äußeren Lärm und innere Reaktionen achtsam wahrzunehmen und für sich zu sorgen.
Außerdem geht es um Herausforderungen in der Gruppenleitung, die Bedeutung von Ritualen im Alltag, praktische Tipps zur Selbstfürsorge und Suzans persönliche Kraftquellen—von regelmäßigen Waldspaziergängen bis hin zu kreativen Energie-Bildern wie dem inneren Akku.
Über diese Themen sprechen wir in dieser Folge:
- Über Suzan Wolf
- Ihr Weg zur Achtsamkeitstrainerin
- Community und Gemeinschaft in der Achtsamkeit
- Herausforderungen bei der Gruppenleitung
- Achtsamkeit im Umgang mit Geräuschen und Lautstärke
- Üben von Selbstfürsorge im Alltag
- Suzans persönliche Rituale und Selbstfürsorge
Hier kannst du dir die Folge direkt anhören:
Transkript dieses Beitrags:
Einleitung zur Folge 82
Mechthild [00:00:06 – 00:01:42]
Inklusive Achtsamkeit – der Podcast zu den Themen Achtsamkeit und Inklusion. Mit mir, Mechthild Kreuser.
Hallo und herzlich willkommen zu Folge 82 von Inklusive Achtsamkeit, der Podcast. Ich freu mich, dass Du wieder zuhörst. Ich bin Mechhtild, die Hostin des Podcasts und heute gibt es wieder ein Interview mit Suzan.
Die Themen in dieser Folge
Suzan kenne ich von der MBSR-Konferenz von 2025 in Berlin. Sie ist auch MBSR-Lehrerin und wir haben über ihren Weg zur Achtsamkeitstrainerin gesprochen, wie sie da hingekommen ist. Was sie jetzt auch für Angebote hat, weil bei ihr auch das Thema Gemeinschaft und Community über reine Kursangebote hinaus wichtiges Thema ist, was ich auch selber spannend finde.
Und dann haben wir noch über Geräusche und Lautstärke gesprochen und wie da auch die Achtsamkeit unterstützen kann, wenn man vielleicht auch geräuschempfindlich ist und im Lautstärke oft ein Thema ist. Das fand ich auch einn super spannendes Thema und haben wir auch noch nie so im Podcast besprochen, wenn ich mich richtig erinnere, obwohl es natürlich vielleicht immer mal wieder auch einn Thema war bei einigen Gesprächen. Und ja, es war wieder eine interessante Folge mit vielen verschiedenen Themen und Impulsen. Ich freue mich jetzt, wenn Du dir die Folge anhörst, also dass Du dir jetzt die Folge anhörst und wünsche dir viel Spaß beim Hören.
Vorstellung Suzan Wolf
Mechthild [00:01:46 – 00:01:50]
Hallo liebe Suzan, schön, dass Du im Podcast zu Gast bist.
Suzan Wolf [00:01:50 – 00:01:54]
Hallo Mechthild. Schön, dass ich da sein darf. Danke für die Einladung.
Mechthild [00:01:54 – 00:02:03]
Ja, sehr gerne. Genau, ich starte ja immer so, dass Du erst mal gerne erzählen kannst, wer Du bist, was Du so machst, was Du so teilen möchtest.
Ihre Themen
Suzan Wolf [00:02:03 – 00:03:17]
Ja, mach ich gerne. Ich sitz gerade in Heidelberg, da wohne ich mit meiner Familie und ich bin, wie Du ja auch, Psychologin vom Grundberuf quasi. Und ich arbeite seit 2020, also mit Start der Pandemie hab ich angefangen als Achtsamkeitslehrerin und Achtsamkeitstrainerin mit MBSR, dann auch mit MBCL und mit verwandten Methoden. Also es geht immer Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Stressbewältigung bei allem, was ich mache. Ich arbeite in verschiedenen Kontexten, also mit Privatpersonen, die zu mir kommen, zum Beispiel in MBSR Kurse oder auch mit Bildungseinrichtungen oder Unternehmen zusammen, die Achtsamkeitskurse oder Trainings anbieten.
Und ich arbeite auch ein bisschen im 1 zu 1, also dann kommen Menschen zu mir, an sich oder an ihren Themen zu arbeiten, zu erforschen. Und ich hab einen Onlinekurs, da können auch, das ist son zertifizierter Kurs von den Krankenkassen, da können Menschen quasi auch virtuell mit mir arbeiten. Also es ist ganz schön bunt, aber es geht immer ums selbe Thema und das ist ja, das ist ’n sehr schöner Beruf.
Mechthild [00:03:18 – 00:03:34]
Ja, cool. 2020 habe ich auch angefangen mit meinem Also 2020 / 20221 war’s. Meine Ausbildung ging Von 2019 bis 2020. Wegen Corona war’s dann ein bisschen länger.
Suzan Wolf [00:03:34 – 00:03:35]
Da haben wir parallel gestartet, genau.
Wie ist Suzan zur Achtsamkeit gekommen
Mechthild [00:03:36 – 00:03:42]
Ja. Genau, wie bist Du denn überhaupt dazu gekommen, dich dann auch mit dem Thema Achtsamkeit zu beschäftigen?
Suzan Wolf [00:03:43 – 00:03:50]
Das ist zu mir gekommen, das Thema. Okay. Und zwar, auch das ist, glaube ich, eine parallele zu dir, ist mir das im Studium begegnet.
Mechthild [00:03:51 – 00:03:51]
Mhm.
Suzan Wolf [00:03:51 – 00:05:21]
Ich hatte im, als ich im Bachelor in Mannheim Psychologie studiert hab, hab ich ein Auslandssemester gemacht in England an der University of Exeter und ich weiß noch, dass es damals meine 2. Wahl war.
Also ich wollte eigentlich unbedingt nach Schottland oder gab’s nur einen Platz und den hab ich nicht bekommen und dann war ich eigentlich erst traurig, dass ich in Exeter war, aber da gab’s dann die Möglichkeit, asiatische Philosophie zu belegen und ich hatte Philosophie als Nebenfach und hab dann irgendwie, das hat mich irgendwie interessiert.
Dann habe ich das ein Semester da belegt und dann sind wir verschiedene asiatisch asiatische Philosophien durchgegangen, also Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus und haben dazu auch Übungen gemacht.
Also das war total schön von der Professorin, dass sie das nicht nur so theoretisch vermittelt hat, weil das sind ja alles irgendwie auch so sehr erfahrungbasierte Philosophien und dann haben wir da meditiert, auch in dem Seminar.
Und ich hatte kurz davor auch so mit Yoga angefangen. Ich fand es dann total faszinierend und hab mir dann auch so eine App direkt runtergeladen und jeden Abend in meinem Studentenwohnheim da so eine zehnminütige Meditation gemacht. Es hat mich total sowohl inhaltlich gepackt, so diese Überlegungen zu unserem Bewusstsein und zu unserem Geist als auch so was es mit mir gemacht hat. Und dann war das irgendwie total klar, dass ich das auch machen will beruflich. Es hat mich dann nicht mehr losgelassen.
Ihr erster MBSR-Kurs
Suzan Wolf [00:05:21 – 00:05:38]
Also als ich wieder dann in Deutschland war, hab ich einen MBSR-Kurs gemacht und es hat mich auch total begeistert und dann hab ich schon im Master auch die Weiterbildung begonnen zur MBSR Lehrerin und dann nach dem Studium noch ein Jahr gearbeitet. Und dann, als ich die fertig hatte, hab ich mich dann auch direkt da reingestürzt.
Der Transfer aus dem philosophischen Kontext
Mechthild [00:05:38 – 00:05:59]
Ja. Wie war dann bei dir der Transfer, dass aus diesem philosophischen Kontext in dem mehr auch in den bisher und psychologischen Kontext bringen? Weil das ist ja manchmal so, wo’s auch vielleicht noch ’n Thema manchmal ist, zu übertragen.
Suzan Wolf [00:06:00 – 00:06:49]
Ja, also ich finde die asiatische Philosophie, die ist sehr psychologisch. Also die beobachten ja sehr viel, wie funktioniert unser Bewusstsein, wie sind unsere Erfahrungen? Also es ist so sehr strukturiert, was ich auch hilfreich finde und so sehr nah an der direkten Erfahrung.
Also es sind nicht so Gedankenkonstrukte wie jetzt so in soner europäischen Philosophie Tradition, sondern es ist so sehr praktisch und deswegen ist es schon mehr so im Hintergrund auch bei MBSR, aber es schwingt immer mit, finde ich. Also so, ja, ich finde, das geht eigentlich Hand in Hand und natürlich spricht man nicht im MBSR-Kurs über die philosophischen Theorien dahinter, aber man vermittelt es halt dadurch, dass man es übt und und anwendet, ja.
Im Studium weiter mit Achtsamkeit beschäftigt
Mechthild [00:06:49 – 00:07:01]
Und hast Du dich dann in deinem Bachelor und Master auch mit dem Thema den Effekte von Achtsamkeit auf den Menschen beschäftigt oder wie war da die Anknüpfungspunkte?
Suzan Wolf [00:07:02 – 00:07:47]
Mhm. Ja, also ich hab dann im Bachelor noch nicht, aber im Master hatte ich dann einmal auch Gesundheitspsychologie, da hat es irgendwie so inhaltlich ’n bisschen mehr dran gepasst als an alles andere, was wir so im Studium bis dahin gemacht hatten. Und dann hab ich meine Masterarbeit darüber geschrieben, wie MBSR oder achtsamkeitsbasierte Interventionen hilfreich sein können bei Lehrkräften und es war eine qualitative Untersuchung, das heißt, da habe ich ganz viele Lehrkräfte interviewt und denen so einn bisschen vorgestellt, was Achtsamkeit ist und wie man das erlernen kann und dann ging’s vor allem darum, ist das überhaupt anwendbar für den Alltag als Lehrkraft Ja, und das war son bisschen der 1. Sprung in die Praxis dann schon am Ende des Studiums, ja.
Achtsamkeit in der Schule
Mechthild [00:07:47 – 00:07:55]
Ja, spannend. Ja, da gibt’s ja auch im MBSR Verband auch viele Ansätze, das in die Schulen und zu Lehrkräften auch mehr zu bringen.
Suzan Wolf [00:07:57 – 00:08:13]
Ja, ist ja auch so wichtig, weil wenn wir das alle schon in der Schule vermittelt bekämen, dann müssten wir nicht mit 30, 40, 50, 60 in ’nem MBSR Kurs sitzen und uns fragen, ja, warum hat mir das niemand in der Schule beigebracht, was ich hier gerade lerne?
Mechthild [00:08:14 – 00:08:23]
Das stimmt. Oder wie wär das jetzt erst im Studium dann zu kennenzulernen, dass es diese Möglichkeiten gibt.
Suzan Wolf [00:08:23 – 00:08:41]
Ja. Und das ist ja schon früh. Also ich bin rückblickend so dankbar, dass ich das ja mit Anfang 20 schon praktiziert hab, weil also wir wir haben immer ’n neuroplastisches Gehirn, aber es ist trotzdem leichter, in der Jugend anzufangen mit Meditation und so als noch später.
Achtsamkeit wird überall gebraucht
Mechthild [00:08:42 – 00:08:53]
Auf jeden Fall. Genau und Du hast dir gesagt, Du bietest sowohl für Privatpersonen an als auch in Organisationen und Bildungseinrichtungen. Wie ist da so die deine Erfahrung?
Aus persönliche Gründen
Suzan Wolf [00:08:56 – 00:09:58]
Also es wird überall gebraucht. Das ist so der der rote Faden, der sich durchzieht. Es gibt überall Menschen, die sich gestresst oder belastet fühlen. Manchmal kommt’s eher von innen, also vielleicht aus persönlichen Gründen, der eigenen Geschichte oder den Lebensumständen.
Es gibt auch viele strukturelle Probleme
Manchmal ist es aber auch ein strukturelles Problem, wenn man jetzt zum Beispiel an die Schulen guckt, das sind einfach schwierige Arbeitsbedingungen oder auch in vielen Unternehmen. Genau, also gebraucht wird’s überall.
Es ist so ein bisschen unterschiedlich mit Menschen zu arbeiten, die freiwillig kommen und die die sagen, ich mach jetzt 8 Wochen jeden Tag Meditation und lass mich da drauf ein als in ’nem Unternehmen, wo Menschen kommen, die das interessant finden, also es wird niemand gezwungen ein Achtsamkeitstraining zu machen, aber die vielleicht sagen, ich guck’s mir mal an oder vielleicht hilft mir das oder ich mach das mit meinen Kolleg*innen mal zusammen.
Also ein bisschen ein anderer Ansatz, wie tief wir auch einsteigen in die Praxis. Das eine ist alltagstauglich und beim anderen geht’s dann schon viel darum, also im MBSR so seine eigenen Muster auch mal wirklich unter die Lupe zu nehmen.
Mindfulness-Based Compassionate Living
Mechthild [00:09:59 – 00:10:12]
Ja. Ja. Genau, Du hattest auch gesagt, dass Du auch Mindfulness-Based Compassionate Living (MBCL) auch anbietest. Mhm. Das ja auch ’n bisschen für Weiterentwicklung oder andere Ansätze, ähnliche Ansätze.
Suzan Wolf [00:10:12 – 00:10:27]
Ja, genau. Das ist dann noch mal eine Stufe weiter oder tiefer oder wie auch immer. Wenn die Menschen schon MBSR gemacht haben und sagen, ich möcht noch mal mehr Mitgefühl für mich oder für andere entwickeln, dann macht sie noch MBCL, genau.
Mechthild [00:10:27 – 00:10:30]
Ja. Ja, da hatte ich auch letztens vor Kurzem eine Folge mit der Jana Willms.
Suzan Wolf [00:10:31 – 00:10:36]
Ja, die hab ich auch gehört. Ja, genau. Natürlich hab ich die gehört, ja.
Mechthild [00:10:36 – 00:10:41]
Auch noch mal ’n bisschen mehr über was also die Elemente auch davon sind.
Suzan Wolf [00:10:41 – 00:10:48]
Ja, das ist eine ganz tolle Folge geworden für alle, die sich dafür interessieren.
Mechthild [00:10:49 – 00:11:26]
Verlinke ich dann auch mal was.
Community und Achtsamkeit
Ja, genau. Ja, so, wo wir uns auch kennengelernt hatten, war ja über die letzte MBSR Konferenz vom MBSR Verband in Berlin im letzten Jahr, 2025, musste mal gucken, die Zeit geht so schnell, aber es ist ja letztes Jahr. Genau und da hattest du ja das Thema auch, dass Du so eine Community hast. Den Community Aspekt im MBSR auch noch mal ein bisschen mehr gestärkt hast, so den Austausch untereinander, unter den Teilnehmenden und das finde ich ja auch ein total wichtiges Thema, auch bei meinen Angeboten. Deswegen wollte ich da jetzt auch noch ’n bisschen mit dir reden, wie das du das gestaltest.
Wie sie auf die Community gekommen ist
Suzan Wolf [00:11:27 – 00:11:40]
Mhm. Ja. Vielleicht erzähle ich erst mal, wie ich da drauf gekommen bin, dass das so wichtig ist. Das hängt auch wieder so einn bisschen in der buddhistischen Philosophie tatsächlich, weil wir haben ja im Buddhismus so die 3 Säulen.
Mechthild [00:11:40 – 00:11:41]
Mhm.
Suzan Wolf [00:11:41 – 00:11:48]
Und das ist einmal der Buddha, das Dharma, also die Lehre und die Sanga, also die Gemeinschaft.
Mechthild [00:11:48 – 00:11:50]
Mhm.
Wie kann Sanga auf den MBSR-Kontext übertragen werden?
Suzan Wolf [00:11:50 – 00:12:33]
Und ich hab mich dann irgendwann gefragt, weil das trägt ja die ganze Praxis auch im Buddhismus, wie wir das so in das säkulare MBSR übertragen können, weil ich spür das immer ganz stark in Workshops und in Kursen, dass dieses miteinander sprechen und sich zusammen dem Thema annähern, dass es so wertvoll ist und dass es so nährend ist, egal worüber man denn letztendlich spricht oder ne, worum sich’s dann dreht. Und das geht aber vielen verloren nach einem Kurs oder nach einem Workshop oder einer Workshop Reihe, dass sie dann einfach weiterhin die Praxis haben und die Übungen und sich vielleicht auch mit dem Thema noch beschäftigen und Bücher lesen. Aber es gibt eben keine Lehrerin oder kein Lehrer mehr und es gibt auch keine Gruppe mehr.
Näher am MBSR-Angebot
Suzan Wolf [00:12:34 – 00:13:53]
Und dann war das so ein bisschen mein Wunsch auch aus dem, was ich beobachtet hab, dass es da noch mehr Angebote gibt, die auch näher am MBSR sind. Weil es gibt ja ganz viele buddhistische Sangas, wo man auch teilnehmen kann und meditieren kann, aber für die Menschen, die zu mir kommen, ist das manchmal einfach nicht die richtige Richtung, sondern die sind dann einfach froh, wenn das eher so ein bisschen wissenschaftlich basiert ist und säkular und es sich nicht so buddhistische Inhalte drehen muss.
Und dann hab ich, jetzt bin ich aber auch mit den Jahren über nur eine Weile habe ich dann die 1. Jahresgruppe gemacht, also für Menschen, die schon mal MBSR gemacht haben und da haben wir uns dann in lockereren Abständen getroffen, zu meditieren, uns noch mal Themen anzugucken.
Verschiedene Workshops und Kontakt untereinander
Es gab dann auch ein paar Workshops und wir hatten dann auch so ein Onlineforum und solche Dinge. Also das einfach Menschen in Kontakt bleiben und an der Praxis dranbleiben, ohne dass es noch mal viel mehr Input gibt und das ist eher so dieses Gefühl, das machen noch andere. Ich gehöre da zu einer Gruppe und viele Menschen versuchen, regelmäßig zu meditieren oder mehr Achtsamkeit in ihren Alltag einzuladen und ich fühl mich da zugehörig. Ich hab immer gedacht, für Sport gibt’s das ja ganz viel, Also wenn man gern joggen geht, dann geht man halt zu einner Laufgruppe.
Suzan Wolf [00:13:53 – 00:14:09]
Wenn man gern Yoga macht, dann geht man ins Yogastudio und es ist kann ja alles auch son, man muss ja nicht gleich bis zur also Spaßig gesagt, bis zur Erleuchtung meditieren, meditieren zu dürfen. Und das verbinden halt viele mit so Retreats oder buddhistischen Sangas.
Wöchentliche und monatliche Formate
Suzan Wolf [00:14:10 – 00:14:37]
Und das ja, da hab ich gedacht, es braucht’s doch auch für MBSR und Meditation. Genau, dieses Jahr läuft die 2. Jahresgruppe und da gibt’s ein bisschen weniger Angebote, weil das dann auch einfach so gepasst hat für die Gruppe, dass wir wir sehen uns einmal im Monat und es gibt immer eine wöchentliche kurze Abendmeditation, wo einfach die Gruppe in Stille sitzt, dass es so schöne Anker und Rituale gibt im Alltag, genau.
Regelmäßig üben
Mechthild [00:14:37 – 00:14:54]
Das klingt gut, son eie Regelmäßigkeit dann auch zu haben. Weil das hör ich auch oft auch als Rückmeldung, dass die Leute das sich so wünschen, dass sie regelmäßig irgendwie in ’ner Gruppe zusammenkommen, weil dann auch das Üben einfacher ist vielleicht als für sich selber, sich jeden Tag hinzusetze.
Mit anderen Menschen in Stille sitzen
Suzan Wolf [00:14:56 – 00:15:01]
Ich weiß nicht, wie Du das erlebst, aber es ist ja irgendwie auch anders, wenn da noch andere Menschen in Stille sitzen.
Mechthild [00:15:01 – 00:15:09]
Ja. Oder was? Ja, wenn man weiß, okay, ich treff mich mit anderen Leuten jetzt bewusst dafür und nimm mir die Zeit mit der Person.
Suzan Wolf [00:15:12 – 00:15:18]
Ja. Genau, also das das erlebe ich auch. Und es ist oft so, dass die Menschen sich auch ganz gut verstehen.
Mechthild [00:15:19 – 00:15:19]
Mhm.
Achtsame Grundhaltung in der Gruppe
Suzan Wolf [00:15:20 – 00:15:42]
Weil es hat schon so eine Grundlage von, also diese achtsame Grundhaltung ist, find ich, sone ganz wunderbare Zutat für Gruppen. Dieses wir können alle sein, wie wir wollen. Wir achten auf uns selbst. Wir achten auch mit auf die anderen. Wir betreiben Selbstfürsorge. Wir hören achtsam zu. Wir sprechen bewusst. Also das ist ja ganz wunderbar für sone son Zusammensein in der Gruppe.
Mechthild [00:15:43 – 00:15:54]
Das stimmt. Und das dann auch wieder mitnehmen zu können für den Alltag.
Ja, das ist gut. Hast Du sonst noch was zu dem Community oder die Gruppen, was du teilen möchtest?
Personen mit unterschiedlichen Bedürfnissen sind in der Gruppe
Suzan Wolf [00:15:56 – 00:17:23]
Ja, ich würde noch teilen, es ist auch ein herausforderndes Thema, so eine Gruppe zu gestalten, weil natürlich Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen reinkommen. Also manche haben Familie und Kinder und Beruf und irgendwie kaum Zeit, sich auch so in eine Gruppe vielleicht einzubringen.
Andere haben vielleicht viel Raum und viel Zeit. Manche sind gesund, manche leben mit einer Krankheit, manche sind viel unterwegs, manche sind immer auf demselben Ort und das hat mich auch so als Lehrerin oder dann in dem Fall vielleicht als Gruppenleitung auch schon häufig herausgefordert zu gucken, wie kann also wie kann ich das vereinbaren, dass es einen Rahmen hat, der flexibel genug ist, dass alle da ihren Platz finden und gleichzeitig fest genug ist, dass er auch Halt bietet. So wie wie involviert muss ich sein in die Gruppe, weil so eine Gruppe zu organisieren ist was anderes als ein Kurs zu organisieren.
Flexibilität und Gruppendynamik
Also das ist, da muss man ja viel flexibler sein und auch immer mal wieder was reinbringen oder so die Gruppendynamik anschauen. Im Kurs trägt der Kursrahmen das in der Regel sehr gut und da auch so ein bisschen mitzuspielen. Also es ist für mich auch immer noch ein Lernprozess und ich hab auch Momente, da bin ich auch frustriert und denk, oh, irgendwie so viele Leute wünschen sich das, aber so wenige kriegen’s dann hin, zu so einen Terminen zu kommen oder dann auch so ein, ja vielleicht sich für so ein Jahr auch zu committen, zu sagen, ich bin da jetzt für ein Jahr dabei zum Beispiel.
Suzan Wolf [00:17:23 – 00:17:36]
Das frustriert mich manchmal auch und dann gibt’s aber auch eine Seite, die immer sagt, nee, also es muss irgendwie möglich sein und dann spiele ich damit und mal gucken, wie’s dann nächstes Jahr aussieht, was das dann für eine Gruppe wird.
Es braucht einen festen Kern
Mechthild [00:17:38 – 00:18:04]
Ja, das hatte ich auch oft bei den bei Gruppenangeboten, dass dann zwar das Interesse da ist, aber wenn die Termine dann feststellen, dass dann doch natürlich auch mal was dazwischen kommt, was ja auch in Ordnung ist, aber gerade als Leiterin und Person, die sich dann auch Gedanken macht, was kann ich als Themen reinbringen, dass da natürlich doch irgendwie schade ist. Nicht so viel, dass die dann auch dabei sind, wie vielleicht auch für den Austausch wertvoll ist.
Suzan Wolf [00:18:04 – 00:18:14]
Ja, genau. Also es braucht irgendwie sonen festen Kern, damit das auch eine Gruppe ist oder auch über einen längeren Zeitraum vielleicht auch ’n Gruppengefühl entsteht. Ja, genau.
Rückmeldung zu den Angeboten
Mechthild [00:18:15 – 00:18:20]
Und was sind so dir auch die Rückmeldungen von den teilnehmen der Personen?
Suzan Wolf [00:18:21 – 00:19:31]
Also es ist sehr unterschiedlich. Für manche ist es genau das Richtige. Die sagen, das ist genau der Anker, den ich brauche im Alltag, dranzubleiben. Also wenn ich alleine vor mich hin mache oder mal meditiere und mal Yoga machen, dann geht mir das verloren, aber wenn ich weiß, ich hab einen Termin, wir sehen uns und sei es nur eine Stunde, dann bleibt das Thema präsent. Ich weiß dann, wenn das auftaucht, könnte ich mit jemandem sprechen so und ich das ist genau das Richtige.
Und dann gibt’s Menschen, die merken, das erzeugt wiederum Druck zu wissen, aber dann muss ich da ja auch immer hinkommen und was, wenn ich mal krank bin oder wenn ich doch was anderes machen möchte und für die ist es dann eher herausfordernd zu sagen, das merken sie manchmal auch erst im Laufe des Jahres, ne.
Ist schwierig dann doch irgendwie auch dabei zu bleiben und nicht, ist dann natürlich auch ei’n Thema, ne, Dass ich irgendwie dabei sein müsste oder dass ich was verpasse. Also so, es gibt eine ganze Bandbreite und das ist, glaub ich, auch die Übung. Also jetzt für mich oder für uns als Lernende zu schauen, wie kann ich das anbieten, dass es eben son weichfeste Struktur hat, dass sich da viele auch drin wiederfinden.
Es ist eine wertvolle Erfahrung
Mechthild [00:19:33 – 00:19:40]
Ja, also das klingt auf jeden Fall herausfordernd, aber auch nach ’ner schönen Herausforderung, dann den Ja. Die Möglichkeit zu geben.
Suzan Wolf [00:19:41 – 00:19:58]
Ja, ja und es ist superbereichernd, ne. Also es ist ja auch für mich großartig, mit Menschen zu sitzen und mich auszutauschen, die da einfach ganz, ganz wertvolle Erfahrungen teilen und ganz spannende Gedanken haben und sich mit sich selbst auseinandersetzen. Also das, ja, das ist immer ganz, ganz bereichernd und ganz schön.
Suzans Angebot
Mechthild [00:20:00 – 00:20:16]
Genau, ich verlink da auch dann noch mal deine Webseite, dann können die Leute, die hier zuhören und sich vielleicht auch dafür interessieren, das Sie gleich auch noch mal angucken. Oder ist das für alle offen oder erneut, also die der MBSR Kurs haben oder nur die bei dir im MBSR Kurs? Oder wie?
Suzan Wolf [00:20:16 – 00:20:23]
Nee, müssen nicht bei mir den gemacht haben, aber Okay. Sollten schon mal ’n MBSR oder MBCT Kurs, ja, so was gemacht haben.
Mechthild [00:20:24 – 00:20:27]
Okay, nee, dann können wir das ja dann noch mal teilen, wenn vielleicht
Suzan Wolf [00:20:27 – 00:20:28]
Ja, gerne.
Mechthild [00:20:28 – 00:21:12]
Die nächste oder die nächste Runde interessant ist. Klingt auf jeden Fall superspannend.
Lautstärke und Achtsamkeit
Genau, ich hatte mich auch noch mal auf deiner Webseite umgeguckt und dort ist ja so auch ’n bisschen ein Thema, was ich gesehen hatte, war so das Thema Lautstärke und laute Geräusche und Achtsamkeit. Und Du hattest da ja auch ein Interview oder Interview oder Gespräch mit Deutschlandfunk zu gegeben, Deutschlandfunk Nova. Und dann halt dachte ich, ah, das ist eigentlich auch noch ’n spannendes Thema für hier diesen Podcast, weil das ja auch vielleicht bei den Menschen, die bei uns in der Community sind, die jetzt heute zuhören, so ein Thema ist mit lauten Geräuschen und Lautstärken nicht so gut aushalten zu können.
Wie beschäftigst Du dich da mit also sonst?
Suzan Wolf [00:21:12 – 00:21:18]
Also sehr, sehr viel persönlich, weil ich laute Geräusche auch nicht gut aushalten kann. Wie geht’s dir mit Geräuschen?
Ausblenden oder alles hören
Mechthild [00:21:19 – 00:21:53]
Ja, es geht, ich merk das immer. Also ich ich hab schon in manchen Bereichen das Gefühl, dass ich’s gut ausblenden kann, aber manchmal bin ich auch jemand, der wirklich dann das Gespräch am Nebentisch die ganze Zeit hört und so dann mich auch konzentrieren muss auf das Gespräch, wo ich bin, weil ich noch 3 Gespräche weiter mithöre und so. Aber das ist immer ’n bisschen, hängt immer auch von der Tagesform und dem Ort ab, wo ich bin.
Aber ja, so laute Geräusche kommen auch manchmal, aber es ist eher bei mir so das mit den Gesprächen im, vielleicht nicht im öffentlichen Ort bin.
Filtern kann schwierig sein
Suzan Wolf [00:21:54 – 00:21:58]
Also es ist der Filter bei dir, dass Du nicht filtern kannst.
Mechthild [00:21:59 – 00:22:08]
Aber es ist ja auch ’n bisschen manchmal dann anstrengend, weil ich dann, weiß, die wär ja jetzt in unserem Gespräch sein, aber ich hör auch noch, was die anderen euch herum erzählen.
Suzan Wolf [00:22:10 – 00:22:19]
Ja, ja, das kenne ich auch, ja. Ja, das ist ein vielfältiges Thema, weil jeder da son bisschen unterschiedlich tickt. Für manche sind’s ja besondere Geräusche.
Mechthild [00:22:19 – 00:22:20]
Ja, ist so laut.
Nervige Geräusche
Suzan Wolf [00:22:20 – 00:22:33]
Also ich hab das zum Beispiel, das vielleicht kennst Du es auch so bei Essensgeräuschen oder so genau, so diese Klassiker irgendwie kratzen auf der Tafel, solche ganz ganz unangenehmen Geräusche.
In der Meditation die Geräusche wahrnehmen
Suzan Wolf [00:22:33 – 00:23:30]
Ja, und für manche ist es eher das Filtern und für manche ist es die Lautstärke. Und das, was Du gesagt hast, ist, glaube ich, schon ’n ganz wichtiger Aspekt, dass es auch manchmal ’n Indikator dafür ist, wie’s uns grade geht in ’ner Situation oder wie einfach unser innerer Akku aufgeladen oder leer ist dafür, ob wir dann filtern können oder ob die Geräusche schnell zu viel werden. Mhm.
Und ich find vor allem, dass da einfach so was wie Meditation oder also alles, was da drunter fällt, ne, in im Sitzen, im Liegen, in Bewegung, in Stille, dass das ’n ganz wunderbarer Ausgleich ist, weil wir ja auch üben, die Geräusche als solche wahrzunehmen. Mhm. Also es sind ja wir sitzen ja nie in totaler Stille, aber das sind dann einfach nur Geräusche, genauso wie es eben nur ’n Gedanke ist oder nur eine Körperempfindung und das, also für mich hat es extrem viel gebracht.
Weniger Überfordert durch Geräusche
Suzan Wolf [00:23:30 – 00:23:56]
Ich war früher ganz also ganz, ganz, ganz schlimm als Jugendliche mit Geräuschen. Das war wirklich teilweise kaum auszuhalten, auch so bestimmte Geräusche konnte ich gar nicht aushalten Und heute habe ich ganz, ganz selten noch Momente, wo es mich überfordert, aber so im Großen und Ganzen ist es besser geworden und ich kann natürlich auch irgendwie besser für mich sorgen, weil ich das besser verstehe heute als früher, ja. Aber das ist ’n, also für mich ’n ganz spannendes Thema auch. Die Geräusche und die Stille gehört ja zusammen.
Es sind immer Geräusche um uns herum
Mechthild [00:23:56 – 00:24:03]
Ja, genau, sind ja die beiden Teile und dass man selbst dann in der Stille dann merkt, wie viel Geräusche vielleicht noch da sind.
Mechthild [00:24:05 – 00:24:14]
Aber jetzt zum Beispiel höre ich auch, was mein Laptop son leises Rauschen die ganze Zeit hat und das ist ja auch, er macht es nicht viel, aber es ist trotzdem irgendwie immer ein Geräusch.
Geräusche aus der Umgebung
Suzan Wolf [00:24:16 – 00:24:44]
Ja. Genau und dein Gehirn verarbeitest es ja irgendwie, auch wenn Du es nicht merkst, so ist es ja häufig, dass die auch so, also auch Geräusche, die wir gar nicht bewusst wahrnehmen, uns trotzdem auch stressen können oder belasten, so was wie jetzt Verkehr, der immer im Hintergrund ist zum Beispiel. Genau, ich wohne hier zum Glück extrem ruhig. Also hier sind manchmal wirklich gar keine Geräusche außer so ein kleiner Kautz oder Vögel. Ja. Das ist das ist Urlaub pur für meine Ohren.
Mechthild [00:24:45 – 00:25:02]
Das ist gut. Ja, ich wohne hier eigentlich relativ zentral in der Stadt, aber meine Fenster in unserer Wohnung ist so gut von den Fenstern her isoliert, dass man, wenn das Fenster zu ist, ich nicht so viel höre. Ja, eigentlich nichts. Dann bin ich auch mal überrascht, wenn ich das Fenster aufmache, wie viel Geräusche draußen sind.
Suzan Wolf [00:25:03 – 00:25:06]
Ja, ja, das ist gut, dass Du das steuern kannst dann über die Fenster.
Mechthild [00:25:06 – 00:25:08]
Das ist das Gute hier.
Einsicht ist wichtig für Umgang mit Geräuschen
Suzan Wolf [00:25:08 – 00:25:49]
Ja. Ja. Und es ist ja irgendwie wie so oft, finde ich, dass einmal die Einsicht, dass es was macht, also dass es manchmal schwierig ist, Gespräche zu filtern oder das Hintergrundgeräusche stören und das anzunehmen, was wir ja machen, auch wenn wir Achtsamkeit praktizieren, so ist es gerade.
Dieses Geräusch löst was in mir aus oder das führt dazu, dass mein Körper mit Stress reagiert. Das anzunehmen, das hilft ja schon total. Ja. Weil oft ist es ja so, dass wir gelernt haben, na ja, ist doch nicht so laut oder was hast Du denn oder stell dich nicht so an oder oder andere hören’s vielleicht gar nicht oder gar nicht so stark, die nicht so feines Gehör oder feine Filter haben. Ja. Und dass dieses Annehmen einfach auch schon eine ganz große Entlastung bringt.
Auch in der Interaktion mit anderen darauf achten
Mechthild [00:25:53 – 00:26:24]
Ja. Ja genau für sich selber, aber auch wenn ich zum Beispiel mit Freundinnen unterwegs bin, die vielleicht andere Themen, also bei denen Geräusche dann, die empfindlicher für bestimmte Geräusche sind, dass ich das dann auch annehme, dass wenn die das sagen, dass ich das dann nicht sage, ah ja, darüber hinweggehe oder so, sondern dass wir vielleicht auch zusammen gucken, ah, können wir uns vielleicht irgendwo anders hinsetzen, wo weniger diese Geräusche sind? Also sowohl für mich selber ist ja auch bei an immer leicht, wenn man mit Freunden oder Freundinnen unterwegs ist.
Teilen, wie es gerade ist
Suzan Wolf [00:26:24 – 00:26:48]
Und das auch selbst anzusprechen, ne? Weil es ist ja was, was einem niemand ansieht, dass es vielleicht grade zu viel ist oder unangenehm und es gibt ja wirklich Orte, da ist es ganz extrem. Also ich find auch manche Restaurants, wo’s dann so ganz stark halt zum Beispiel oder Orte, wo sone Baustelle im Hintergrund ist. Ja. Wo ich dann auch versuche, da nicht mich mit Leuten zu treffen, weil ich weiß, ich kann denen da nicht so gut zuhören.
Hintergrund-Geräusche machen es schwierig
Mechthild [00:26:48 – 00:27:12]
Ja, das stimmt. Ja, das hatte ich letzte Woche auch noch mit zwei Freundinnen, wo wir zusammen essen waren, wo es im Restaurants so laut Musik war und wo wir dann nachher aller gesagt haben, oh, wir konnten uns gar nicht so viel austauschen, wie wir gerne gehabt hätten, weil es einfach so laut im Hintergrund war und die ganze Zeit diese Geräusche von der Musik und von den anderen Gesprächen dann drumherum da waren.
Suzan Wolf [00:27:12 – 00:27:17]
Ja, und ist ja schade, weil dafür ist ja ’n gemeinsames Essen eigentlich.
Mechthild [00:27:17 – 00:27:20]
Genau, dafür ist ja auch. Ja.
Suzan Wolf [00:27:21 – 00:27:40]
Und gleichzeitig gibt’s Menschen, für die ist genau die richtige Lautstärke. Also die können sich erst konzentrieren, wenn so ein gewisses Hintergrundlärm da ist. Also die können sich erst konzentrieren, wenn so ein gewisses Hintergrundlärmniveau erreicht ist und für die ist es dann genau der richtige Ort. Also da genau gilt’s auch einfach, sich selbst und seine Freund*innen dann besser kennenzulernen.
Angeleitete Meditationen können hilfreich sein
Mechthild [00:27:41 – 00:28:25]
Ja, weil das vielleicht noch mal ’n Übertragung zu dem MBSR und zur Achtsamkeit, weil im MBSR wird ja Meditation oft in Stille angeleitet, aber es gibt ja vielleicht Leute, für die genau eine angeleitete Meditation oder auch mit Geräusch im Hintergrund auch hilfreich, ja, ist als so ganz in Stille dann zu meditieren.
Ja. Und da auch für sich selber mit verschiedenen Möglichkeiten, genau wie verschiedene Meditationsformen, eben auch verschiedene Sachen zu auszuprobieren. Weil das höre ich auch oft beim den Kursen oder in den Workshops die ich gebe: “es fällt mir leichter, wenn ich angeleitet werde, weil da immer wieder deine Stimme kommt, die mich dann zurückholt in den Moment auch.”
Musik und andere Hintergrundgeräusche
Suzan Wolf [00:28:25 – 00:29:30]
Ja, stimmt, das ist da auch ’n großes Thema, sowohl mit der Anleitung als auch die Frage, kann ich auch Musik laufen lassen oder irgendwelche Geräusche anmachen und das auch da ist es ja so ein Spiel zwischen sich ja auch der Stille anzunähern und vergleicht auch mal zu gucken, was kommen denn da für Widerstände hoch?
Was passiert denn, wenn da Stille ist und keine Anleitung und die Gedanken dann immer wieder kommen oder irgendwas anderes mich unruhig macht. Und zu sagen, ich komm mir aber auch entgegen, indem ich einfach eine Anleitung nutze, wo viel wo ich viel zurückgeholt werde oder indem ich noch Naturgeräusch anmache oder was auch immer oder Noise Cancelling nutze, wenn’s zu laut ist mich herum.
Immer die Balance finden
Ja, also diese Balance finde ich sowieso im ganzen MBSR Kurs. Es ist ja immer die Balance. Wie sehr fordere ich mich heraus oder wie sehr dürfen sich auch die Teilnehmenden herausfordern, weil dadurch lernen wir ja auch. Ja. Und wie viel sorge ich für mich, indem ich mir entgegenkomme und mich nicht an meine Grenze wage sozusagen.
Was noch wichtig ist
Mechthild [00:29:30 – 00:29:45]
Das stimmt. Auch ein spannendes Thema. Alles. Ja. Ja, gibt’s da noch was, was ich jetzt noch nicht gefragt hab, was Du gerne noch teilen wolltest oder was Du denkst es noch wichtig ist?
Anschluss zu finden mit anderen Menschen, die Achtsamkeit üben
Suzan Wolf [00:29:45 – 00:30:46]
Also ich glaube, ich kann’s noch mal so zusammenfassen, dass für Menschen, die Achtsamkeit vielleicht schon kennengelernt haben in einem Workshop oder in einnem Kurs oder auch das Gefühl haben, das könnte irgendwie hilfreich sein, dass es da total zentral ist, irgendein Anschluss zu haben.
Also viele stolpern ja rein mit einer App oder mit Spotify Meditation oder Youtube Yoga und das ist son super Türöffner und dann aber dranzubleiben und tieferzugehen, ist es, glaub ich, unglaublich stützend und wertvoll und näherend Anschluss zu haben, in welcher Form auch immer. Sei es im echten Leben mit Freundinnen drüber zu sprechen oder in in einem Kurs mitzumachen, live oder online, wo man wirklich mit jemandem drüber spricht oder eine Regelmäßigkeit vielleicht auch zu finden in einer Gruppe oder gibt’s ja auch Onlinecommunitys und so, also dass man sich da irgendwo zugehörig fühlt, das genau, das ist ganz, ganz wichtig in meiner Erfahrung, ja.
Deine eigene Selbstfürsorge
Mechthild [00:30:47 – 00:31:01]
Ja, das ist eine wichtige. Noch mal eine gute Zusammenfassung. Genau, meine allerletzte Frage, bevor wir das Gespräch beenden, ist immer, was deine eigene Selbstfürsorge ist, was Du für dich machst, damit’s dir gut geht im Alltag.
Suzan Wolf [00:31:02 – 00:31:05]
Mhm. Willst Du eine Sache hören oder willst Du alle sagen?
Mechthild [00:31:06 – 00:31:12]
Was Du willst, also, was Du vielleicht gerade machst oder was alles, was dir hilft oder das Wichtigste oder?
Kleine Dinge im Alltag
Suzan Wolf [00:31:12 – 00:32:01]
Ja, ja. Ja, also ich mach sehr, sehr, sehr viel, damit’s mir gut geht im Alltag. Ich glaube, es sind einmal Dinge, die so situativ sind, wie jetzt zum Beispiel, wenn ich irgendwo bin und es ist mir zu laut ist Noise Cancelling reinzumachen. Also das ist ja auch Selbstfürsorge.
Oder wenn ich merke, mich stören meine Fingernägel, weil die einen Millimeter zu lang sind, dass ich mich dann nicht den ganzen Tag gestört fühle, sondern dass ich’s halt einfach kürze, also so kleine Dinge, sondern aber auch viele Rituale.
Eigene Meditationspraxis
Also meine Meditationspraxis, ich mach in der Regel mittags eine gute Mittagspause, wo ich meditiere oder manchmal auch einfach schlafe, wenn ich nicht fit bin, dass ich so gut durch die 2. Tageshälfte komme. Ich arbeite oft abends und ich hab ein Kind, also ich brauch so dazwischen noch mal einfach Zeit auch für mich zum Innehalten.
Zeit für sich selbst nehme
Suzan Wolf [00:32:01 – 00:33:06]
Ich versuch viel rauszugehen, also auch so mal 10 Minuten. Ich wohn direkt neben dem Wald, mal kurz in den Wald zu gehen, auch wenn’s regnet. Da hab ich das unglaublich erholt, so die Bäume anzuschauen. Genau und ich brauch viel Zeit auch für mich und versuch mal die auch zu nehmen, also so ein kleinen Häppchen, aber auch so im übers Jahr öfter mal unterwegs zu sein auf ’nem Retreat oder irgendwo alleine hinzufahren, dass ich so mich ’n bisschen lösen kann von dem, was was ich so im Alltag manage und was vielleicht auch immer spannend und interessant ist so im Alltag, was was mich lockt und dann ja son bisschen minimalistisch da unterwegs bin.
Also ich glaub, die Mischung ist es und auch immer wieder zu gucken, was braucht’s jetzt grade? Wie ist mein wo ist mein Akku? Also ich mag dieses Akkubild gerne oder auch das kennst Du ja auch mit den Löffeln zu gucken, wie viel Löffel habe ich heute, wie viel habe ich noch und dann frühzeitig zu intervenieren, bevor ich zu viel da abgegeben habe oder bevor der Akku rot wird.
Mehr zu Löffeln und Achtsamkeit für Spoonies in dieser Podcast-Folge.
Mechthild [00:33:07 – 00:33:17]
Ja. Das Bild mit der Akku gefällt mir auch gut. Das mit den Löffel ist auch oft schon hilfreich, aber ich bin auch eher so jemand, mein Akku ist lernt, das sage ich schon dann gerne, ne.
Suzan Wolf [00:33:17 – 00:33:20]
Ja, Typ Akku. Ja, genau.
Welche Bilder helfen mir?
Mechthild [00:33:22 – 00:33:30]
Das ist nun mal auch eine gute Erinnerung, sich mit den Bild Bildern vielleicht, die einem helfen können. Mhm. Und zu gucken, was nützlich ist für einen selber.
Suzan Wolf [00:33:31 – 00:33:49]
Ja. Ich hab letztlich für einen für eine Trainingsreihe auch so Sticker gemacht, wo dann son Akku ist und versteht, wo steht dein innerer Akku gerade? Weil wir das ja so oft vergessen und wir laden so oft unser Handy oder unsere Geräte auf, aber mal zu gucken, wo ist mein innerer Akku gerade?
Mechthild [00:33:49 – 00:33:49]
Ja.
Suzan Wolf [00:33:49 – 00:33:57]
Es geht so oft unter und so ein Sticker irgendwo und sei es aufm Handy Ladekabel, dann ganz gut da dran.
Die eigene soziale Batterie kennen
Mechthild [00:33:57 – 00:34:04]
Ja. Ja, ich hab auch son Button bis my Social Battery, aber ich find, der ist so schön, dass ich den eigentlich auch nicht nutze, weil ich seh auch bis der kaputtgeht.
Suzan Wolf [00:34:07 – 00:34:11]
Stimmt, so einn Button ist auch gut, ja. Sehr schön.
Mehr in Suzans Stille Post Newsletter
Mechthild [00:34:12 – 00:34:48]
Ja, nee, der steht, den gucke ich mir auch nicht mal dann an. Ja, vielen Dank für deine Zeit und dass Du das alles hier mit uns geteilt hast. Eine Sache noch, Du hast ja auch einen Newsletter, den der auch stille Post heißt, was ich auch einen coolen Namen für ’n Newsletter finde. Und dafür machen wir auch noch ’n Gespräch mit mir und da hast Du immer ja auch immer viele spannende Interviews mit Personen, die sich im Thema Bereich Achtsamkeit beschäftigen. Das heißt, das kann man kann ich auch noch mal verlinken. Vielleicht da auch noch mal abonnieren oder reingucken.
Das Interview in der Stillen Post
Suzan Wolf [00:34:49 – 00:34:52]
Ja, ja, das können wir direkt dann zu deinem Interview verlinken.
Hier ist das Interview in der Stillen Post von Suzan.
Mechthild [00:34:53 – 00:34:53]
Genau.
Suzan Wolf [00:34:53 – 00:34:56]
Dann ist das die perfekte Brücke.
Mechthild [00:34:56 – 00:35:04]
Genau, das dachte ich jetzt gerade, spreche ich das noch mal an, weil das dann auch in dem Blogpost, den ich zu dir folge, zu der Folge mit dir dann teile, auch noch mal verlinkt. Dann können die Zuhörer*innen den finden
Suzan Wolf [00:35:05 – 00:35:07]
Super, in alle Richtungen. Ja, genau.
Mechthild [00:35:08 – 00:35:24]
Ja, genau. Und nachdem welche Folge, also ob deine Newsletter zuerst kommt oder unser Podcastinterview. Verlinken wir’s dann gegenseitig, so wie das online ist. So machen wir’s. Ja. Sehr schön.
Abschluss der Folge
Ja, dann noch mal vielen Dank.
Suzan Wolf [00:35:24 – 00:35:31]
Ja, dir auch. Vielen Dank. Es war ganz wunderbar. Viel Spaß gemacht. Wir auch. Ich freu mich auf unser nächstes Gespräch.
Mechthild [00:35:31 – 00:35:34]
Ja, genau. Und ich mich auch.
Tschüss.
Tschüss.